Carbonix Acyd - Audiomatisms


Review


Stil (Spielzeit): Rock mit einer Prise Funk (35:08)
Label/Vertrieb (VÖ): FinestNoiseReleases/RADAR (19.6.06)
Bewertung: 7/10
Link: http://www.carbonixacyd.de

Bei einer Job-Bewerbung muss heutzutage alles stimmen. Wenn man eine ordentliche Arbeit will, braucht man nicht nur ein ordentliches Äußeres, sondern auch eine ordentliche Bewerbungsmappe. Optimalerweise sollte sie nicht nur so gut wie alle anderen aussehen, sondern den Betrachter positiv überraschen. Diese Hausaufgaben haben CARBONIX ACYD einwandfrei erledigt. Das Artwork im "Uhrwerk Orange"-Stil ist wirklich schick und kann nicht nur vorne, sondern auch auf der Hinterseite und im Booklet überzeugen. Auch der erste Songtitel weckt Lust auf mehr: "You're not the only One turning the Hamster Wheel". Bamm. Wenn das mal nichts ist.

Allerdings kann es auch schwer werden, so hohen Erwartungen gerecht zu werden. Wissen die vier Leipziger, lachen darüber und spielen los. Kluger Rock'n'Roll, manchmal ruhig, manchmal minimal, manchmal brachial und am besten, wenn er funkig wird. So könnte man ungefähr den Stil, den Denis Dollmeyer (Voc), Sebastian Rändler (Bass), Chris Grünberg (Drums) und Patrick F. Skoda (Guitar) praktizieren, umschreiben. 

Es bleibt im Laufe der Platte dabei, am besten sind CARBONIX ACYD, wenn der Track einen Interesse weckenden Titel hat: "Animal Instinct", "Modern Jesus" sind definitiv 2 der Highlights des Albums. Aber auch "If I only" und andere Songs können durchaus mitreißen. Was man vergeblich sucht, sind die großen Schwächen. 
Routiniert, mit Witz und gekonnt spielen sich die Recken durch ihren ersten Longplayer. Auch lyrisch haben die Jungs etwas zu melden, der Gesang macht auf keinen Fall nur ein Begleitelement aus - zu diesem Zweck wurden im Booklet auch zu jedem Song begleitend ein paar erklärende oder ergänzende Liner-Notes hinzugefügt. Alles in allem höchst sympathisch.

Als Fazit könnte man sagen, dass CARBONIX ACYD alles richtig gemacht haben, eine Platte ohne Fehler abgeliefert haben. Trotzdem fehlt für eine Spitzenwertung immer noch das gewisse Etwas, der Mut zum Risiko. Insgesamt geht die Performance einfach zu kantenlos über die Bühne.

Anspieltipps: Animal Instinct; Modern Jesus; If I only
BYE Redaktion

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