Arab Strap - Ten Years Of Tears



Review

Stil (Spielzeit): Von Electro-Beats getragener Rock (74:54)

Label/Vertrieb (VÖ): Chemikal Underground Records / Rough Trade (27.11.06)

Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.arabstrap.co.uk
http://www.myspace.com/arabstrapmusic
Ganz unter dem Motto "enjoy your retirement" veröffentlichen ARAB STRAP ihr Abschiedsalbum „Ten Years Of Tears". Nach 6 Studio- und 3 Livealben haben Aidan Moffat und Malcolm Middleton sich entschieden 10 Jahre gemeinsames Bandsein zu beenden, um nun getrennte Wege zu gehen. „There's no animosity, no drama. We simply feel we've run our course", erklärt Moffat bezüglich der immer aufkommenden Frage, ob und was vorgefallen sei, wenn Bands sich trennen. Mit dem Album „The Last Romance" sei 2005 „the most obvious and logical final act of the ARAB STRAP studio adventure" entstanden. Ein guter Zeitpunkt zum Aufhören.

"Ten Years Of Tears" ist das, was man sich von einem Greatest-Hits Album wünscht. Es vereint B-Sides, Remixes, Demos, neue sowie Live-Aufnahmen. Das erklärte Ziel des Albums war es die Grundessenz der Band in den letzten 10 Jahren zu erfassen und wiederzugeben. Inwieweit das gelungen ist, kann ich leider schlecht beurteilen, da diese Band an mir vorbeigegangen ist. Eine Schande, wie mittlerweile festgestellt habe, denn ARAB STRAP haben wirklich etwas geleistet. Man kann wirklich von ihrem Werk reden: auf ihre Art sehr eigen und beständig. Verwunderlich, dass ihr Einfluss auf andere Bands nicht häufiger zur Sprache gebracht wird, denn viele Songs wie zum Beispiel die Debütsingle „The First Big Weekend" klingen wie Vorreiter für Richtungen, die im Bereich der von Elektronik getragener Rockmusik gerade in letzter Zeit sehr hip wurden.

Ihr Stil ist geprägt von sanften bis etwas schnelleren Electro-Beats und dem Einsatz der „typischen" Bandinstrumente Gitarre, Bass und Drums, was Songs wie „Gilded" verdeutlichen, dessen Live-Version die Gitarre so richtig schön schmutzig klingen lässt. Aber auch andere Instrumente finden ab und an ihren Weg auf dieses Album, wie ein Piano, das „The Clearing" beendet oder Streicher, die eines der schönsten Lieder der Platte, „(Afternoon) Soaps", einläuten. Akustiknummern bieten einen Ausgleich zu den elektrisch angehauchten Tracks. Alle Songs haben eins gemein: eine (fast immer) angenehme Stimme, die uns Einblicke ins private (Liebes-) Leben der Band gibt. Von herzzerreißend in „(Afternoon) Soaps" zu albern in „Packs Of Three".

Ein großartiges Album, das mich auf seine Art und Weise wirklich beeindruckt hat ohne je zu einem Zeitpunkt aufdringlich oder nervig gewesen zu sein.

„There's No Ending", ist nicht nur Titel des letzten Songs der Platte (der es wirklich in sich hat - es sei nur soviel verraten: Bonnie Tyler Fans werden auf ihre Kosten kommen), sondern auch Programm der zwei ARAB STRAP Protagonisten. Malcolm Middleton nimmt zurzeit in Glasgow seine neue Platte auf, während Aidan Moffat unter dem Pseudonym L.PIERRE die Arbeiten an seinem Album „Die" bereits beendet hat.

Also Jungs, enjoy your retirement!

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