Gascoine - Riots Ride


Review


Stil (Spielzeit): Stoner Rock (33:33)
Label/Vertrieb (VÖ): Financial Disaster Rec./LRM (27.03.2006)
Bewertung: 6,5/10
Link: http://www.gascoine.de/

Als Stuttgart 1254 von den beiden Grafen von Wirtenberg gegründet wurde, hätten sich die Stadtväter wohl nicht träumen lassen, dass 744 Jahre später Nachfahren von Ihnen mal etwas wie Kiffermusik oder Stoner-Rock kreieren würden. Doch genau in diese Richtung zielt die Musik der vier Stuttgarter von GASCOIN ab. 
Acht Jahre nach der Gründung liegt hier nun das Debütalbum vor mir, welches auf den Namen „Riots Ride“ hört. Mit einem Krawall-Ritt hat es nicht viel zu tun, im Gegenteil, bei der Scheibe handelt es sich eher um soliden Rotz-Rock, der stellenweise an Songs von GLUECIFER erinnert. Der Opener „A Riots Ride“ geht ohne große Umschweife direkt in den Kopf und bleibt dort hängen. Das Teil hat absoluten Ohrwurm-Charakter. Mit ein paar fixen Schlägen auf das ganz dumpfe Becken drehen GASCOIN auf. Die vorwurfsvolle und rauchig-kratzige Stimme harmoniert perfekt mit den tiefer gestimmten Gitarren, die druckvoll und schnell gespielt werden. Das Drumming ist fix und laut.

Das erste und gleich das daran anschließende Stück „Brand New Guru“ haben mich schon beim ersten Durchlauf überzeugen können. Letzteres besticht durch den klaren und melodischen Gesang, der keinesfalls zu Lasten des Tempos geht, und den Backing-Vocals: whuhuuuu, die sich auch irgendwie im Ohr festbeißen. 
Das achte Stück nennt sich „Just“ und ist einer der schnelleren Songs, der kraftvoll gespielt ist und mit wenigen Stilelementen auskommt. Das Ende des Songs wird mit rhythmischem Gitarrenspiel eingeleitet, zu dem der Hörer noch mal ganz relaxed seine Matte nach vorn und wieder nach hinten werfen kann oder einfach auch nur anerkennenden nicken darf. Denn auch dieses Stück empfinde ich als recht gut geraten. 

12 Tracks sind auf dem Album zu finden, wobei man einen wieder wegstreichen kann, da es sich dabei um knapp drei Minuten undefinierbare Töne handelt. Die Stücke sind gut gespielt, kreativ gestaltet und keineswegs eintönig, eher solider Rock mit einigen Perlen. Ein paar Stücke sind nicht ganz nach meinem Geschmack, da sie an die anderen Songs zu angepaßt und somit dem Gesamteindruck etwas abträglich sind. Dennoch kann man GASCOIN bescheinigen, dass sie ihr Handwerk, insbesondere ihre Gitarren beherrschen und auch was das kreative Potential angeht, schon weit vorn sind. Ich denke, dass wir auch künftig etwas von der Band hören werden.