Holy Moses - Agony Of Death




Stil (Spielzeit): epischer Thrash Metal (70:02)
Label/Vertrieb (VÖ): Wacken Records/SPV (26.09.08)
Bewertung: 8/10
Link: http://www.holymoses.de
Seit mehr als 20 Jahren lärmen Frontfrau Sabina Classen und ihre Mitstreiter nun vor sich hin und veröffentlichen mit „Agony Of Death“ bereits das 13. HOLY MOSES-Album. Classen und ihre Mannschaft, bestehend aus Michael Hankel (Gitarren), Oliver Jaath (Gitarren), Atomic Steiff (Drums) und Thomas Neitsch (Bass), dürften mit ihrem neuesten Output sowohl bei alteingesessenen Fans als auch Neulingen bestens ankommen – vorausgesetzt, man mag durchaus epischen Thrash Metal.

Sämtliche Texte des Albums drehen sich um den Tod bzw. um Todeskämpfe in verschiedenen Formen. Dazu passend sind die zwölf Tracks düster, wuchtig, hart und komplex, aber auch von einer sehr spannenden, düsteren Schönheit, die auch durch die Songübergänge erzeugt wird. Dadurch klingt das Album wie aus einem Guss, es fällt aber auch schwer, wirkliche Anspieltipps zu geben. Generell gibt es keinen einzigen Ausfall, sowohl kürzere Tracks wie „The Cave (Paramnesia)“ oder das deftige „Delusional Denial“ als auch längere Songs der Marke „Pseudohalluzination“ (Hit!) und „The Retreat“ klingen absolut überzeugend und sind zudem wuchtig und kraftvoll produziert. Sabina Classen keift, kreischt und growlt sich durch die Songs (und hatte mit sechs Monaten zum ersten Mal richtig viel Zeit, um den Gesang nach ihren Wünschen aufzunehmen), die vier Instrumentalisten machen alles richtig. Vor allem die beiden Gitarristen legen sich enorm ins Zeug und brillieren mit Stakkato-Riffs, tollen Leads und Soli. Düstere Melodien finden sich ebenfalls, und „Alienation“ und „Bloodbound Of The Damned“ enthalten Hardcore-mäßige Backing Vocals in den Refrains.
Was das Album aber wirklich zu etwas besonderem macht, ist die progressive Ausrichtung und insbesondere die epische Komponente, die in vielen Songs eine bedeutende Rolle spielt. Das Album wird trotz einer Länge von 70 Minuten nie langweilig, auch wenn manche Passagen länger brauchen, vom Ohr aufgenommen zu werden.

Ich weiß es nicht genau, vermute aber, dass die manchmal betont „deutsche“ Aussprache („Bloodbound of se damned“, „halluzination“) gewollt ist. Zumindest bei letzterem Beispiel würde das zum eingedeutschten Songtitel („Pseudohalluzination“) passen. Wenn dies tatsächlich ein Fehler oder Unachtsamkeit wäre, würde mir das aber auch egal sein, denn „Agony Of Death“ ist ein verdammt geiles Brett mit düsterer Atmosphäre, packenden Melodien, feinen Gitarren und wuchtigem Sound.

Noch eine kleine Notiz am Rande: Das Album wird als normale CD mit zehn Songs und als Digipack mit zwölf Songs inklusive Intros/Outros und Songübergängen angeboten. Ich rate definitiv zur Digipack-Variante, um das Album als schlüssiges Gesamtwerk genießen zu können.