Dienstag, 10 März 2026 21:33

Frank’s White Canvas - This Will Hurt, This Will Heal Tipp

Frank’s White Canvas - This Will Hurt, This Will Heal
    Rock, Pop, Indie

    Label: Independent Release
    VÖ: 28.11.2025
    Bewertung:9/10

    Bandpage


Es kommt definitiv nicht oft vor, dass mir Instagram ein Musikvideo ins Handy spült, bei dem ich schon nach wenigen Sekunden überzeugt bin, dass sich dahinter eine spannende Band mit einer außergewöhnlichen Geschichte verbirgt. Im Fall des chilenischen, mittlerweile in Deutschland beheimateten Rock-Duos FRANK’S WHITE CANVAS war es die Single „Insane“, die mein Interesse weckte, und ich bin mehr als froh, nachgebohrt zu haben!

Nicht nur sind Karin Aguilera (Gesang, Gitarre) und Francisca „Pancha“ Torés (Schlagzeug) zwei außerordentlich nette und charismatische Persönlichkeiten, die jede Menge Interessantes zu erzählen haben (nachzulesen im Interview mit FRANK’S WHITE CANVAS – für mich ein persönliches Highlight in meiner bisherigen BurnYourEars-Laufbahn!). Mir wäre sonst auch diese grandiose EP entgangen.

FWC Promo 3Karin Aguilera (voc./git.) und Francisca Torés (dr.) (Pic: Frank’s White Canvas)

Sieben Songs, die irgendwo zwischen modernem Rock, Indie, Alternative und jeder Menge Pop-Appeal changieren und neben einer gewissen Melancholie auch stets eine gesunde Portion Optimismus ausstrahlen. Zwar musste ich mich erstmal aus meiner musikalischen Komfortzone herausbewegen und der Scheibe einige Durchläufe zugestehen, doch auf diese Weise habe ich ein Album für mich entdeckt, das mir von vorne bis hinten ein positives Gefühl vermittelt und künftig einen festen Platz unter meinen Lieblingsscheiben einnehmen wird.

Den Anfang macht „Time Bomb“, das ruhig beginnt, basierend auf Karins angenehmer, facettenreicher Stimme, die einen langsam in den Song und ins Album hineinzieht. Erst nach dem ersten Refrain steigt Pancha mit ein und steigert mit coolem Power-Drumming die Intensität dieses hervorragend gewählten Openers. Ein Song, der zunächst unaufdringlich daherkommt, sich inzwischen aber als hartnäckiger Ohrwurm in meinem Kopf eingenistet hat. Das Video zu „Time Bomb“ findet ihr hier:

„Apocalypse“ überrascht mit einem Chorus, der auf die ganz große Bühne gehört und eigentlich aus tausenden Kehlen mitgesungen werden sollte. In eine ähnliche Kerbe schlägt später auch „Circles“. FRANK’S WHITE CANVAS haben ein natürliches Gespür dafür, wie großartiger Stadion-Pop funktioniert, der auch Fans von Künstlern wie Harry Styles gefallen dürfte, ohne sich über die Maßen beim Radio-Publikum anzubiedern. Wirklich klasse!

Ruhiger, aber nicht weniger intensiv, sind die beiden Stücke „Carry On“ und „Before They Apologize“. Dagegen präsentiert sich „Insane“ eher noisy – der Song würde in jedem Indie-Laden der Welt für volle Tanzflächen sorgen. Der bekannte Londoner Produzent Dimitri Tikovoï (u.a. PLACEBO und CHARLI XCX) hat „This Will Hurt, This Will Heal“ einen knackigen, nicht zu soften Sound verpasst, der, verbunden mit gelegentlichen Klavier-Einsprengseln, absolut stimmig ist.

Was auffällt: FRANK’S WHITE CANVAS halten sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, alle sieben Songs kommen direkt auf den Punkt und bringen es zusammen auf kompakte 21 Minuten. Die Lyrics sind keine bloßen Platzhalter – verpackt in Karins schöne, bildhafte Sprache, geht es oft um innere Kämpfe und persönliche Herausforderungen.

Das lebensbejahendste Stück haben sich Pancha und Karin bis zum Schluss aufgehoben. „You Better Come Sweating“ versprüht positive Vibes und Glücksgefühle en masse – und weckt in mir das Bedürfnis, mir nach dem Ende der Scheibe gleich noch einen weiteren Durchgang zu gönnen.

Fazit: Wenn ein Teil eures Herzens auch für poppigere Klänge schlägt, hört euch diese Scheibe an - „This Will Hurt, This Will Heal“ hat ein großes Publikum verdient! Und schaut unten auf die Tourdaten. Möglicherweise habt ihr demnächst die Möglichkeit, euch direkt vor der eigenen Haustür live von den Qualitäten von FRANK’S WHITE CANVAS zu überzeugen.

„This Will Hurt, This Will Heal“ Tracklist:
Time Bomb
Apocalypse
Carry On
Insane
Before They Apologize
Circles
You Better Come Sweating

FRANK’S WHITE CANVAS live 2026:
20.03.26 – Lübeck / Treibsand
21.03.26 – Karstädt / MoorScheune Boberow
27.03.26 – Krefeld / Kulturrampe
28.03.26 – Hagen / Kuz Pelmke
09.04.26 – Aschaffenburg / Cafe Krem
10.04.26 – Augsburg / Grand Hotel Cosmopolis
11.04.26 – Offenburg / Spitalkeller
16.04.26 – Landshut / Rocket Club
17.04.26 – Viechtach / Altes Spital
22.04.26 – Marburg / Q
23.04.26 – Oberhausen / Druckluft
24.04.26 – Bonn / Kult 41
30.04.26 – Offenbach / Hafen 2
09.05.26 – Perleberg / Kulturkombinat Perleberg
15.05.26 – Wetzlar / Franzis
16.05.26 – Fürth / Open Air am Lindenhain
20.05.26 – Gartow / Herbsthausen
22.05.26 – Dannenberg (Elbe) - Neu Tramm / Raum2
21.06.26 – Radebeul / weinBergKulTour

Marcus

Als Kind geprägt durch die umfangreiche Plattensammlung meines Vaters, in der von BAP bis Motörhead alles vertreten war, sowie eine dauerhafte Infektion mit dem Kiss-Virus (seit 1979 nicht mehr abgeklungen), entwickelte sich äußerst früh meine Begeisterung für Rock, Hardrock, Metal und Konzerte. Und abgesehen von Paul Stanley und Co. gilt in meinem Fall: Je kleiner, desto feiner! Diese unglaubliche Energie, die ein Clubgig entfachen kann, ist für mich mit nichts zu vergleichen. Insofern ist es gar nicht hoch genug zu bewerten, dass es auch nach Corona und trotz bedenklicher Preisentwicklungen kleine Veranstalter und Locations gibt, die mit Herzblut dafür kämpfen, auch unbekannteren Künstlern eine Bühne zu bieten – das ist keine Selbstverständlichkeit! Daher: Support your local clubs and bands!

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Rückmeldungen und Fragen sehr gerne per Instagram @bendelmarcus oder per Mail an marcus@burnyourears.de

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