Geschrieben von Donnerstag, 14 September 2017 15:42

Amon Amarth, Trivium, Tribulation - Der Bericht vom Gießener Kultursommer mit Bildergalerie

Nach der großen Festival-Drehbühne gaben die schwedischen Metal-Wikinger eine Woche später ein Gastspiel vor knapp 4.000 Zuschauern beim Gießener Kultursommer. Drei Mal (ok, eigentlich nur zwei Mal, den ersten Auftritt beim Summerbreeze habe ich leider verpasst) AMON AMARTH in sieben Tagen? Warum nicht? Unterstützt von TRIVIUM und TRIBULATION und in stilechter Atmosphäre im Innenhof des Kloster Schiffenberg hieß es zum Auftakt des persönlichen Konzertmarathons also noch einmal "Raise Your Horns" für mich.

Metal meets MAX GIESINGER meets ROLAND KAISER meets …

Beim Gießener Kultursommer, der in diesem Jahr zum dritten Mal in der Burganlage des Kloster Schiffenbergs statt findet, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Los geht es mit den schwedischen Death Metallern TRIBULATION, deren Auftritt ich aufgrund des frühen Konzertbeginns leider zur Hälfte verpasse. Der noch relativ leere Innenhof und der eingeschränkte Spielraum auf der Bühne – bei der ich mir wirklich Sorgen mache, ob AMON AMARTHs aufblasbare Schlange als krönender Abschluss die gesamte Konstruktion nicht einfach sprengt – stellten sicherlich keine optimalen Bedingungen dar, doch die Jungs machen das Beste daraus und sorgen für einen soliden Auftakt.

Twilight of the Thundergods, auch schon bei TRIVIUM

Während es sich zum Auftritt von TRIVIUM vor der Bühne deutlich füllt, hat Thor – ich vermute, der ist in der germanischen Mythologie für das Wetter im Allgemeinen zuständig – leider einen schlechten Tag und beschert dem Publikum eine halbstündige Unterbrechung durch ein aufziehendes Unwetter. Dem Angebot "Ich weiß, Ihr seid die Härtesten, aber wir müssen Euch zumindest einmal gesagt haben, dass Ihr vor dem Unwetter in den bereitstehenden Shuttlebussen Schutz findet" folgen nur wenige, der Regencape-Verkauf am Whiskey-Stand boomt allerdings.

Pünktlich nach den angekündigten 30 Minuten Zwangspause heißt es (durch das Trinkhornverbot leicht ironisch) auf den Videoleinwänden dann „Hörner richten – weiter geht’s!“ und TRIVIUM betreten die Bühne. An dieser Stelle ein großes Lob an den Veranstalter, bei dem man sich nicht nur kulinarisch, sondern auch organisatorisch gut aufgehoben fühlte.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich mit TRIVIUM bisher absolut nicht auseinander gesetzt habe. Dies wird sich aber nun schlagartig ändern, denn die Jungs um Frontmann Matt Heafey (dem Anlass angemessen im zerschnittenen AMON AMARTH-Shirt gekleidet und mit einer Zunge, die sich nur zum Singen innerhalb seines Munds befindet) liefern eine Show, die sich trotz oder gerade ob des immer noch strömenden Regens wirklich gewaschen hat.

Achtung, die Wikinger kommen …

Danach ist es dann so endlich soweit und es ist Zeit für AMON AMARTH, für mich erstmalig aus dem Fotograben heraus. Auch der Truppe um Johann Hegg merkt man den mittlerweile schon langen und vermutlich anstrengenden Festivalsommer in keiner Weise an und die aufwändige Show mit Bogenschützen, Seeschlange, Wikingerkämpfen, Pyros und einem pummeligen Loki funktioniert auch auf der verhältnismäßig kleinen, aber dafür durch die Burgkulisse stimmungsvoll eingerahmten Bühne perfekt.

Wirklich neu und überraschend ist das alles vielleicht nicht mehr, aber wer braucht schon Innovationen, wenn er stattdessen Feuer und Trinkhörner haben kann? Bei den schwedischen Wikingern weiß man einfach, was man bekommt, und das sind eine super Show und ein motiviertes Publikum. Und egal, ob man stattdessen Cocktails trinkt, mitten im Moshpit herumhüpft oder im Fotograben steht und versucht, dabei nicht zu verbrennen – AMON AMARTH machen einfach immer Spaß!