Wound - Engrained Tipp

Wound - Engrained
    Blackened Death Metal

    Label: FDA Records / Soulfood Music
    VÖ: 20.01.2017
    Bewertung:10/10

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Erneut fährt FDA Records die Abrissbirne vor – und was für eine! Die monströse Stahlkugel trägt den Namen "Engrained", stammt aus dem Hause WOUND und reißt tatsächlich eine Wunde nach der anderen auf. Achtung, Abbrucharbeiten: Verletzungsgefahr!

Brutaler als mit dem Opener "I Am Havoc" kann ein Album kaum durchstarten. Die hasserfüllten Screams fräsen sich in Sekundenbruchteilen durch den Gehörgang und richten eine bedenkliche Verwüstung im Schädel an. Abgrundtiefe Growls, die der Unterwelt selbst entsprungen zu sein scheinen, geben die Marschroute des zweiten Tracks vor: "The Gateway To Madness" – in der Tat, klingt nach purem Wahnsinn.

Death und Black Metal Einflüsse ergeben ein bitterböses Gemisch

Gegründet haben sich WOUND 2011. Mit "Inhale the Void" erschien zwei Jahre später ihr Debütalbum, das bereits überzeugende Kritiken erhielt. Nun setzen die Hessen noch einen drauf und hinterlassen mit angeschwärztem Death Metal, der auch regelmäßig in Crust-Gefilden wildert, eine Schneise der Vernichtung.

Stellenweise schaltet die Band auf "Engrained" gerne mal zwei Gänge ins melodische Midtempo zurück ("Of Non Serviam") – und auch das funktioniert. Die stilistische Bandbreite macht die Kuzweiligkeit des Albums aus. Anschießend wartet stets der nächste Tobsuchtsanfall darauf, entfesselt zu werden. Schwarzmetallisches Gekreisch sowie Blastbeats, für die Schlagzeuger Lexow zweifellos einen Waffenschein benötigt, verleihen den Songs einen unnachahmlichen Thrill. Das Drumming ist ohnehin ein Highlight der Scheibe, die kraftstrotzend, aber nicht zu geschliffen produziert wurde.

Ob "Thy Wrath And Fire", "Carrion" oder "The Plague" – WOUND machen mit ihrem Zweitwerk alles dem Erdboden gleich und gehen dabei gnadenlos, variabel und zu jeder Minute schlüssig zu Werke. Das knapp 13-minütige Titelstück setzt der musikalischen Zertrümmerung am Ende des Albums die Krone drauf: Hier wurden drei unterschiedliche Songfragmente genial zu einem mächtigen Gesamtkunstwerk verschmolzen und der instrumentale Abschlusspart kommt überraschend versöhnlich und fast schon episch daher – willkommener Balsam für das zerschundene Trommelfell.

Aggressiv, explosiv, voller Energie – "Engrained" demonstriert, wie Todesblei heutzutage klingen kann. Nach rund 47 Minuten hat die Stahlmasse erstmal alles niedergerissen – und lädt ein zum nächsten Durchlauf.

 

Tracklist

1. I Am Havoc
2. The Gateway To Madness
3. Thy Wrath And Fire
4. Morbid Paradigm
5. Carrion
6. Of Non Serviam
7. The Plague
8. Engrained

WOUND Line-up

Lexow – Drums
Schettler – Vocals
Schulz – Bass
Friederichs – Gitarre
Last – Gitarre

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