Tombstone – Point Of No Return

Tombstone – Point Of No Return
    Groove Death Metal

    Label: Eigenregie
    VÖ: 04.07.14
    Bewertung:6/10

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Dinslaken liegt im Ruhrpott. In dem vom Bergbau geprägten Gebiet leben fünf Typen, die sich nicht den Staub von der Hose klopfen wollen, sondern sich darin suhlen. Übertragen auf die Musik bedeutet dies, dass sie Spaß daran haben, deftiges Todesmetall zu basteln. Als sie an den Punkt kamen, an dem alle Songs fertig waren, ging es nicht mehr weiter – das Debüt-Album musste hinaus. Hier ist es.

Recht modern und druckvoll schallt es aus den Boxen. Den versprochenen Ruhrpott-Dreck spürt man jedoch durchaus, wenn die ersten Riffs gezockt werden. Aggressive Shouts werden mit harten Gitarren verknüpft und die Suppe aus Todesblei ist fertig. Nette Leads werden eingestreut, während vorerst viel Wert auf rhythmische Arbeit der Kohlebagger gelegt wird.
„The Dark Abyss I Fear" bringt tatsächlich eine Hookline an den Start, die schon nach dem zweiten Durchlauf wiedererkannt wird. Sich steigernde Harmonien eignen sich hier prima zu mitgrölen und Bierschwenken.

Oft wird auf Groove gesetzt, schwere Geschütze schießen aus allen Rohren und der Frontmann röhrt ebenso brachial, wobei man sich an dieser Stelle insgesamt ein bisschen mehr Abwechslung erhofft.
Wie ein blutspuckender Wackeldackel kann man beim gemütlichen Rhythmusschieben in „A Dark Side" mitmachen. Rockige Lead-Melodien peppen die Sache auf.
Bevor das Schreddern und Schreien zu viel des Guten wird, kommen in „Binary Snowglobe" Rock'N'Roll-Typen zur Tür rein, der Fuß wippt, der Nacken zuckt hin und her und starke Harmonien schicken den Song in Richtung Melo-Death.

Wenn die Burschen richtig loslegen, kommen mir die brutalen Stücke von HEAVEN SHALL BURN in den Sinn. Nachdem manche Gitarrentöne sich angenehm durch das Ohr geschlängelt haben und ordentlich die Bude gerockt wurde, gibt es in der Mitte der Scheibe Momente, in denen die Riffs an einem vorüberziehen, ohne viel Wirkung zu hinterlassen. Vielleicht würde variablerer Gesang hier fehlende Würze beisteuern.
Als Erstlingswerk haben die Ruhrpöttler jedoch eine gute Platte geschaffen, die deftiges Saiten-Grooven mit coolen Melodien garniert.