Doomshine - The Piper at the Gates of Doom




Stil (Spielzeit):
Epic Doom Metal (1:13:15)
Label/Vertrieb (VÖ): Massacre Rec. /  (02.07.10)
Bewertung: 7 /10 

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Fast auf den Tag genau vor sechs Jahren erschien das Debüt von DOOMSHINE, und das allgemeine Urteil war: Deutschlands erste ernstzunehmende Antwort auf Epic Doom Heroen wie SOLITUDE AETURNUS und CANDLEMASS. Und nun legen die Ludwigsburger ein 73minütiges Opus nach, dessen Titel wohl eine Verneigung vor PINK FLOYDs Debüt darstellt. Die Befürchtung, dass die nächste geile Doom Kapelle ANATHEMA & Co. nacheifert und vom Pfad der metallischen Tugend abkommt, ist aber unbegründet…

Auf „The Piper at the Gates of Doom“ bleibt die Band sich und dem Epic Doom treu: d.h. schwer, zäh und melodiös. Das Gaspedal wird maximal bis auf Mid-Tempo durchgetreten; aber die allermeiste Zeit kann man in Zeitlupe bangen.

Will man auf Teufel komm `raus gegenüber „Thy Kingdom Come“ einen minimalen Wandel ausmachen, dann sind DOOMSHINE 2010 wohl sogar noch einen Hauch doomiger und rifflastiger ausgefallen; sollte man als Doomster eigentlich unbedingt befürworten. Fällt mir aber schwer, da es gerade die tollen Melodien sind, die (mich an frühe MELY erinnernd) DOOMSHINEs Wiedererkennungswert  ausmachen. Insofern wäre „The Piper at the Gates of Doom“ ein minimaler Rückschritt.

Jo, das ist Jammern auf  hohem Niveau. Oder sind die Kompositionen im Mittel tatsächlich nicht mehr so catchy, so dramatisch: so geil wie auf dem Debüt? Wo bleiben z.B. solche „Ausbrüche“ wie in „Sleep with the Devil“ von TKG? Wo das hemmungslose Schwelgen in traumhaften Melodien eines „Shine on Sad Angel“ oder „Valient Child of War“? Was „Thy Kingdom Come“ gleich neunfach aufzuweisen hatte: Nummern, die rückhaltlos begeistern können und der Band einen exponierten Platz in meinem Doom Regal sicherten, musste diesmal nämlich etwas gesucht werden:

Jadoch,  die Leads sind gewohnt lecker, Sänger Tim Holz, (auch git., Bruder von Ur-Sänger Sascha) ist wie sein Bruder einer der Guten der Metiers, weil sehr variabel (offengestanden wäre mir der Wechsel fast nicht aufgefallen)... einige Refrains, so der von „Hark! The Absurd Angel Fall“ sind so simpel wie superb, das Riffing ultra-klassisch: also eigentlich Epic Doom, wie er sein soll.

Doch stehen dem Debüt mit seiner lückenlosen Phalanx aus Hammernummern diesmal nur ein paar versprengte Einzelkämpfer [z.B. „Cold Cypher Ceven“, „Vanished“ (hmm… die Leadgitarre, ein Genuss)] aber auch viel (gehobener) Epic Doom-Durchschnitt gegenüber. Das reicht zwar immer noch zu einem recht guten Album. Aber nicht mehr zur Begeisterung, die der Vorgänger auslösen konnte… Allemal ein schöner Anlass, für das Debüt eine verspätete, aber unbedingte Kaufempfehlung auszusprechen. Und ein bedingte für "The Piper...".