Joe Bonamassa - An Acoustic Evening At The Vienna Opera House (Doppel-DVD)

Joe Bonamassa - An Acoustic Evening At The Vienna Opera House (Doppel-DVD)
JOE BONAMASSA wäre nicht er selbst, wenn er ein Jahr oder auch nur sechs Monate verstreichen lassen würde, ohne von sich hören zu lassen. Neben dem bereits erschienenen "We Want Groove" (CANDY FUNK PARTY) können sich Fans des Blues-Gitarristen 2013 auch über ein zweites Album mit BETH HART und eine Karriere-Retrospektive freuen. Außerdem wird bereits ein viertes BLACK COUNTRY COMMUNION-Album in Aussicht gestellt. Zuvor wagt der Gitarrist mit "An Acoustic Evening At The Vienna Opera House" ein Experiment und zeigt sich unverfälscht, unplugged und ohne doppelten Boden.

Für den Auftritt im altehrwürdigen Wiener Opernhaus griff Bonamassa nicht auf seine Liveband zurück, sondern holte sich mit dem Iren Gerry O'Connor (Geige), dem Schweden Mats Wester (Nyckelharpa), dem gebürtigen Puerto Ricaner Lenny Castro (Percussions) und Arlan Schierbaum (Klavier) eine Multi-Kulti-Truppe auf die Bühne, welche die bekannten BONAMASSA-Songs mit eigenen Zutaten würzten. Fixpunkt ist ganz klar Bonamassa, der mit Hilfe von zwölf Akustikgitarren Songs aus seinem Solo-Repertoire im Akustikgewand zelebriert. Dabei ergeben sich teils markante Unterschiede zu den Originalen, während in anderen Momenten gar nicht viel Arbeit von Produzent und Arrangeur Kevin Shirley nötig war, um die elektrifizierten Bluesrock-Kracher in ein passendes akustisches Gewand zu hüllen. Selbst die Dampflok-Geräusche zu Beginn und Ende von "Slow Train" werden von den akustischen Instrumenten imitiert. Unter den gespielten Songs finden sich so unterschiedliche Nummern wie "Dust Bowl" vom letzten Studioalbum, "The Ballad Of John Henry", das Instrumental "Woke Up Dreaming", "Richmond", "Sloe Gin" und "From The Valley". Die Mischung aus Bonamassas leidenschaftlichem Gesang, seinem einzigartigen Gitarrenspiel und den eher ungewöhnlichen anderen Instrumenten (auf Bass wird komplett verzichtet) macht nicht nur den Musikern auf der Bühne, sondern auch dem Publikum Spaß und bringt einem den BONAMASSA-Sound auf einer ganz anderen Ebene dar. Ton- und Bildqualität geben absolut keinen Anlass zur Kritik, die Schnitte sind den Umständen entsprechend ruhig, in einigen Kamerafahrten wird das tolle Opernhaus in seiner vollen Pracht gezeigt.

Das Bonusmaterial der Doppel-DVD/Blu-ray bietet noch 43 Minuten Making Of-Material und 40-minütige Interviews mit den beteiligten Musikern und von Kevin Shirley. In den Interviews erfährt man einiges über die Idee zum Akustikauftritt, zum Kennenlernen der Musiker erst wenige Tage vor dem Konzert und den anschließenden Proben sowie zum Hintergrund der Instrumente.

Manchmal vermisst man während des Konzerts Joes Elektrische und die volle Power (das tut Bonamassa selbst übrigens auch, wie er in einem Interview verrät), aber das haben Akustikauftritte meist so an sich. Erhältlich ist "An Acoustic Evening At The Vienna Opera House" als Doppel-DVD, Blu-ray (um wie viel besser hier die Bildqualität ist, kann ich nicht beurteilen; schon das DVD-Bild ist allerdings sehr gut), Doppel-DVD und Doppel-Vinyl. Wer Bonamassa im rein akustischen Experiment erleben möchte, sollte zugreifen.