Lausch - Friends Of The Captain



Stil (Spielzeit):
leicht proggiger Alternative Rock, Grunge, Posthardcore (51:55)
Label/Vertrieb (VÖ): LiMuPic / Office4Music (19.10.09)
Bewertung: 8 /10

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Hui, so einen Sound muss man zu dritt erst mal auf die Reihe bekommen: LAUSCH aus Österreich spielen Alternative Rock, der manchmal in eine durchaus Posthardcore-lastige Richtung geht und mit Melodien und Anspruch überzeugt.

Mit Melodien deshalb, weil ihr Sänger sehr angenehm an Chris Cornell von SOUNDGARDEN erinnert und mit seinem Organ wirklich was anfangen kann. Seine Stimme trägt viele Songs und macht sie zu einem echten Ohrenschmaus. Mit Anspruch deshalb, weil das Trio ziemlich in die Prog-Mukker-Ecke geht, ohne dabei ein großes Fass aufzumachen. Oftmals wir der Hörer vermutlich gar nicht mitbekommen, welche Finessen sich die Ösis hier ausgedacht haben. „Never Been Fair" ist da so ein Beispiel: wenn die Gitarre den Song beginnt, klingt das erst mal ziemlich altbacken. Aber wenn dann das Schlagzeug in einem dazu verqueren Takt einsetzt, schlägt das Musiker-Herz höher. Denn obwohl sich die beiden Takte eigentlich ein wenig beißen, spielen sie das Ding sehr rund und harmonisch runter.

Soweit ich gelesen habe, muss ihre erste Platte von 2007 wohl wesentlich stärker im Grunge verankert gewesen sein. Kann ich mir auch gut vorstellen, da sie keinerlei Hehl aus ihrer Liebe zu den 90igern machen – zum Sänger äußerte ich mich ja bereits. Und man könnte vermutlich noch einige weitere Grungebands als Referenz nennen - nur würde man ihnen damit nicht ganz gerecht werden, denn ein wenig moderner klingen sie heute nun mal schon. Ich würde sagen, dass es hier auch immer wieder Verweise auf Bands wie die heutigen THRICE gibt, also Posthardcore, der sich freigeschwommen hat und in den Alternative-Rock driftet, aber gerne verfrickelt ist, ohne damit auf die Nerven zu fallen.

Leider wird „Friends Of The Captain" zum Ende hin ein wenig langatmig, und die Hitdichte nimmt im Verlauf dann doch ab, sodass ich ihnen leider keine Höchstnoten geben kann. Trotzdem liegt hier ein sehr individuelles, durchdachtes und trotzdem gut hörbares Album vor, welches Grenzen zwar sieht, aber nicht anerkennt. Dafür, dass ich keinen Alterna-Rock mag, gefallen mir LAUSCH ziemlich gut.

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