Carnifex - Until I Feel Nothing Tipp

carnifex nothing

Stil (Spielzeit):
Deathcore (32:58)
Label/Vertrieb (VÖ): Victory / Soulfood (28.10.11)
Bewertung: 8,5 /10

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Wie an anderer Stelle mal erwähnt, sehe ich CARNIFEX immer als direkten Vergleich zu SUICIDE SILENCE und meistens hatten letztere bei neuen Alben die Nase vorn. Jetzt, wo SS aber langsam schwächeln, setzen CARNIFEX einen echten Brocken von Album ab und überholen ihre Konkurrenten um den Deathcore-Thron um Längen!

Vor allem können sie mit der Atmosphäre punkten, die zuletzt bei SUICIDE SILENCE total fehlte. Direkt ab dem Intro verbreiten die Wahnsinnigen aus San Diego eine angespannte Stimmung und legen dann in so einer „Horror-Haus-Art" los, nur um dem Hörer dann doch sehr schnell wieder den Kopf abzu- und das Rückgrat herauszureißen und es zu schreddern. Denn „Schreddern" liegt dem Fünfer einfach ungemein. Zwar werden alle Stücke immer wieder von Moshparts durchzuckt, aber dennoch werden Metalfans hier bis aufs Äußerste bedient, da hier ohne Rücksicht geblasted wird und die Riffs teilweise sogar bis hinzu schwarz angehauchten Melodien reichen.

Dazu kommt dann eine Produktion, bei der Tim von AS I LAY DYING der Spagat zwischen drückend und hörbar gelungen ist, da man die Riffs tatsächlich problemlos verfolgen kann und die Platte damit einfach ziemlich viel Spaß macht. Etwas wirklich Neues wird man vermutlich nicht auf dem vierten Album der Amis erwarten – dafür kann man aber eben auf sehr viel Brutalität hoffen, die auf einem hohen technischen Level geboten wird. Und wie beim Review zu „Hell Chose Me" muss ich auch hier sagen, dass CARNIFEX es einfach verstehen, richtige Songs zu schreiben.

Denn „Untill I Feel Nothing" lebt auch vom guten Songwriting und dem Fluss, den die Songs versprühen (bei „Dead But Dreaming" erinnern sie zum Beispiel stark an THE BLACK DAHLIA MURDER). Auch die Moshparts unterbrechen die Songs nicht, sondern geben ihnen eine zusätzliche, wichtige Komponente. Auch die extrem sparsam eingesetzten Keyboards passen so gut in den Sound der Band. Wer auf heftigsten Deathmetal mit Hang zu melodischen-brutalen Riffs steht und dennoch dem Groove im Sinne von Moshparts nicht abgeneigt ist, wird an diesem Album kaum vorbeikommen können. Die Latte des Deathcore wurde in diesem Jahr noch nicht von vielen Bands so hoch angelegt...