Carnifex - Hell Chose Me



Stil (Spielzeit):
Moderner Deathmetal / DeathCore (43:33)
Label/Vertrieb (VÖ): Victory / Soulfood (19.02.10)
Bewertung: 7/10

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Irgendwie habe ich bei CARNIFEX früher immer den Fehler gemacht, sie für die Victory-Variante von SUICIDE SILENCE zu halten und sie damit für mich immer abzuwerten. Zwar gibt es klare Parallelen zwischen SS und den Kaliforniern, aber das sollte bei einem gelungenem Album wie „Hell Chose Me" nicht weiter stören.

Im direkten Vergleich muss ich allerdings zugeben finde ich SS doch noch etwas besser. Zumindest finde ich deren Songs einfach packender. Was Technik und Brutalität der Songs angeht, stehen sich beide Bands allerdings in nichts nach. Und so ist das dritte Album der Amis eine ganz schöne Ladung voll Deathmetal-Hass mit zwischenzeitlichen Breakdowns, die den ein oder anderen Knochen brechen lassen dürften. Aber im Gegensatz zu vielen Kapellen, die man auch mit dem DeathCore-Label bedruckt, haben die Amis einfach wesentlich weniger Hardcore-Anteile und richten sich teilweise dann doch eher schon an das Deathmetal-Publikum – trotzdem kommen die Breakdowns immer sehr willkommen in den Songs.

Wer die Band mal live gesehen hat, wird ihnen ihre Qualitäten kaum absprechen können und genau, wie sie mich auf der letzten Trash & Burn Tour überzeugten, genauso legen sie jetzt mit dem für mich ersten Album nach. Ich kann zwar nicht darauf eingehen, in wie weit sich die Band aus San Diego entwickelt hat, aber der Jetzt-Zustand ist schon erschreckend heftig. Der kräftige Sound unterstützt das schnelle Riffmonster ungemein und die Akustikgitarren von „Heartless" geben dem Hörer nur eine ganz kurze Verschnaufpause.

Ansonsten wird einem hier in einer guten halben Stunde unentwegt der Kopf abgerissen und in den Hals gebrüllt. Zwar klingen CARNIFEX nicht sonderlich neu, aber dafür ziehen sie ihren Stiefel so heftig durch, dass es keine große Rolle spielt, an welche anderen Bands sie erinnern. Wer Brutalität mag, auf die moderne Variante von Deathmetal steht oder bereits mit den alten CARNIFEX-Alben gut zurechtkam, sollte unbedingt hier rein hören. Schönes, übles Teil.