Divine Element - Thaurachs Of Borsu

Divine Element - Thaurachs Of Borsu
    Epic Death Metal

    Label: I, Voidhanger Records
    VÖ: 19. Mai 2017
    Bewertung:4/10

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Das großartige Coverart entpuppt sich bei DIVINE ELEMENT als fiese Mogelpackung. Doch was macht "Thaurachs Of Borsu" eigentlich so schlecht?

Da hat sich SPECTRAL-LORE-Mastermind Ayloss etwas wirklich Feines ausgedacht. Anstatt sieben Jahre nach dem Debüt seines Nebenprojekts DIVINE ELEMENT einfach trocken einen Nachfolger auf den Markt zu werfen, welcher wohl in der Vielzahl der Veröffentlichungen im Genre der harten Klänge hoffnungslos untergegangen wäre, symbolisiert "Thaurachs Of Borsu" vielmehr den Auftakt eines ambitionierten Epos. Das Album versteht sich quasi als kleiner Vorgeschmack auf die vom Herren Ayloss selbst erschaffene Fantasy-Welt, welcher nicht nur weitere Alben, sondern gleich ein ganzes Buch sowie diverse Kurzgeschichten aus der Feder von Reibeisen Antonis folgen werden. "Thaurachs Of Borsu" lässt allerdings noch nicht viel von der angekündigten, epischen Geschichte durchblicken, sondern beschränkt sich auf das Leben eines Soldaten, welcher im Laufe der CD seinen Blick auf den Krieg und die damit einhergehende Zerstörung verändert.

Solides Handwerk ...

Scheint das Konzept anfangs noch spannend anzumuten, klingt das fertige Werk in etwa wie das Wort Buchvertonung selbst – ziemlich langweilig halt. Durchaus kann man an dieser Stelle anmerken, dass das musikalische Grundkonstrukt der Platte keineswegs schlecht ist. Ayloss liefert an allen Instrumenten gewohnt gute Kost ab und auch Partner-in-crime Antonis beeindruckt durch tiefe und druckvolle Vocals, welchen der Epik halber noch ein netter Hall-Effekt spendiert wurde. Außerdem konnten DIVINE ELEMENT mit Hannes Grossmann (ALKALOID, BLOTTED SCIENCE, Ex-OBSCURA, Ex-NECROPHAGIST) einen gar nicht so unbekannten Session-Drummer verpflichten, dessen Schlagzeug-Spiel definitiv eine Bereicherung darstellt. Aber all das ändert nichts daran, dass mich DIVINE ELEMENT auf "Thaurachs Of Borsu" kälter lassen, als AMON AMARTH mit der fünfzehnten Wiederholung des Immergleichen.

Bezeichnend hierfür sind die instrumentalen Interludes, welche ausgerechnet als Einzige so etwas wie Wiedererkennungswert besitzen und offensichtlich das "Epic" in die Produktbeschreibung gebracht haben. Denn den angepriesenen Epic Death Metal sucht man trotz tollem Artwork vergeblich. Vielmehr ersticken die Songs geradezu unter der Last des Storytellings. Anstatt im klassischen Vers-Chorus-Schema zu verweilen, versuchen DIVINE ELEMENT nicht selten, ihre Songs als fortlaufende Geschichten umzusetzen. Löblicher Ansatz, welcher aber nur funktionieren kann, wenn die Melodien den Hörer durch den Song führen und ihn immer wieder aufs Neue begeistern. Daran scheitert das Duo leider mit Ach und Krach, was die vorher schon erwähnte Langeweile zur Geltung kommen lässt.

... und gähnende Langeweile

Oft kämpft man sich als Hörer durch die bis zu acht Minuten langen Songs, welche viel zu selten wirkliche Emotionen transportieren können. Trotz ihres hochemotionalen Themas im Kopf bleiben hier letztlich nur die teils wirklich guten Melodien im "Beyond This Sea" sowie der zugegeben epische Ausbruch gegen Ende des überlangen "Traitor's Last Stand". Diese Momente sind alles in allem aber einfach zu rar gesät, um dem Album in irgendeiner Weise eine Empfehlung aussprechen zu können. Lobend erwähnt werden sollte allerdings auf jeden Fall noch das Booklet, welches im Rahmen der Interludes nette Einführungen und Zusatzinformation zur Welt bietet, auch wenn nicht immer ganz klar sein mag, wer jetzt eigentlich wer ist.

So ist "Thaurachs Of Borsu" unterm Strich alles andere als ein gutes Zweitwerk. Nur der Bodensatz ist von den teils hervorragenden Melodien des Vorgängers geblieben, während das Potenzial des spannenden Themas gänzlich ungenutzt bleibt. Sieht man von den ein, zwei guten Momenten der Platte ab, präsentieren sich DIVINE ELEMENT erschreckend zahnlos und durchschnittlich. "Thaurachs Of Borsu" wirkt austauschbar und beliebig, sodass einen gegen Ende das Gefühl beschleicht, dass hier mehr Zeit in die Erschaffung einer Welt, als in das Wesentliche geflossen ist – die Musik.

Tracklist

1. A Realignment With Destiny (2:13)
2. Thaurachs Of Borsu (4:52)
3. Onto The Trail Of Betrayal (7:45)
4. Beyond This Sea (4:54)
5. Interlude (The Point Of No Return) (1:30)
6. Call Of The Blade (6:34)
7. Traitor's Last Stand (7:36)
8. Augury For A Shapeless Future (2:39)

Band

Ayloss – Guitars, Bass, Synths
Antonis – Vocals
Hannes Grossman – Session Drums