The Foreshadowing - Oionos



Stil (Spielzeit): Dark/Gothic Metal (59:46)
Label/Vertrieb (VÖ): Cyclone Empire (02.04.10)
Bewertung: 6,5/10

Link: http://www.myspace.com/theforeshadowing
Finnland ist das Land der Melancholie, das weiß jeder, der schon mal einen Blick auf Metallandkarte mit ihren finnischen Bands geworfen und deren Sound miteinander verglichen hat. Dass aber auch das sonnige Italien Bands hervorbringt, die vor bittersüßer Verzweiflung schier umkommen wollen, war vor dem THE FORESHADOWING-Debüt "Days Of Nothing" eher unbekannt. Nun haben die Mannen aus dem Stiefel das zweite Album "Oionos" veröffentlicht, das die Linie des Erstlings konsequent fortführt.

Beim ersten Hören fallen gleich mehrere Sachen auf. Erstens: Der Sound ist breit und gewaltig. Zweitens: Die Gitarren sind verdammt fett, eigentlich schon viel zu fett für eine melodische Gothic/Dark Metal Band. Drittens: Sänger Marco Benevento verfügt über eine samtene, einschmeichelnde Stimme, die im ersten Moment (und als unerfahrener THE FORESHADOWING-Hörer) gar nicht so recht zu der stellenweise ziemlich doomigen Schwermut der Instrumente passen will. Im Laufe des Albums wird aber schnell klar, dass die Kombination der drei zu Beginn beobachteten Elemente eben genau den interessanten Sound ergibt, den außer THE FORESHADOWING sonst kaum eine Band pflegt. Die Atmosphäre ist düster, aber nicht bedrohlich, sondern schwermütig und traurig. Das wird vor allem bei dem Titeltrack mit seinem erhabenen Refrain deutlich. In Verbindung mit dem Bombast, vor dem manche Songparts fast zerbersten, wirken die melodischen, getragenen Songs noch schwerer, als sie es eh schon sind. Dass THE FORESHADOWING dabei keine Meister des Variantenreichtums sind, wird jedoch leider auch recht schnell deutlich. Die Songs klingen ein wenig zu gleichförmig, um als "variabel" umschrieben werden zu können. Einzig "Survivors Sleep" bildet mit seiner Kombination aus Vocals und Piano eine Ausnahme. Der Gesang ist generell zwar gekonnt traurig und gleichzeitig warm, bricht aber auch nie aus diesem Schema aus, so dass das Hörvergnügen innerhalb der guten Stunde stellenweise doch recht eintönig werden kann.

Was THE FORESHADOWING ausmacht sind der unverkennbare Gesang, die gekonnten Leads und schweren Riffs und die tonnenschwere Produktion sowie der stark melancholische Anstrich, der eher auf eine finnische denn eine italienische Band schließen lässt. In der Lage, ein Meisterwerk abzuliefern, ist das Quintett aber auch mit seinem zweiten Album nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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