Pierce The Veil - A Flair For The Dramatic Tipp




Stil (Spielzeit): Detailverliebter (Scr)Emo (40:34)
Label/Vertrieb (VÖ): Equal Vision / Cargo (06.07.07)
Bewertung: 8,5 / 10
Link: http://www.myspace.com/piercetheveil
http://www.ptvmusic.net/
Ähnlich wie ALESANA bedienen auch PIERCE THE VEIL aus San Diego so ziemlich jedes Scremao-Klischee, das man so kennt. Und ähnlich wie erstgenannte Band gefallen sie mir trotzdem.
Ein Grund dafür ist bei beiden Bands die Liebe zum Detail, welches ihre Platten auszeichnet. Waren es bei ALESANA vor allem die Aufteilung der Vocals, so sind es bei PTV die vielen Kleinigkeiten, die sie in die Musik eingearbeitet haben. Sie schaffen es, eine Menge Details einzuflechten, dabei jede Menge Varianten parat zu haben und die Song trotzdem in einem organischen Fluss zu halten. Das Grundrezept des Vierers ist Screamo, wobei auf das Schreien nicht so viel Wert gelegt wird, wie bei vielen ihrer Kollegen. Die ganzen zusätzlichen Einflüsse, werden immer geschickt untergemengt, ohne dabei vordergründig oder soundbestimmend zu werden. Auf Anhieb fallen mir da Southern Rock-Riffs, Dancebeats, lateinamerikanische Rhythmen und Akustikgitarren ein. Aber eigentlich muss man nur genau hinhören, um so ziemlich in jedem Stück so eine kleine Raffinesse zu entdecken. Manchmal hätten sie die zwar noch ausbauen können, aber für ein Debütalbum ist das schon mehr als ordentlich – da kann man dann auch mal über die bekloppten Frisuren und den Eunuchen-Gesang hinwegsehen.
Besagter Gesang ist wie erwähnt extrem hoch und etwas leidend und ist irgendwo zwischen ALESANA, LOVEHATEHERO und CHIODOS zu verorten. Und dafür, dass ich nicht unbedingt Fan dieser Tonlagen bin, kann ich mir das Organ von Vic Fuentes noch ganz gut geben. Zwar wird längst nicht jedes Stück zu einem Hit, aber dafür wird die Platte auch nie langweilig, da sich PTV immer wieder darauf verstehen, Abwechslung rein zubringen und sich nicht ständig zu wiederholen. „I`d Rather Die Than Be Famous“ ist zum Beispiel ein Stück, das unheimlich viele geschickte Wendungen kombiniert. Bei ein, zwei Stücken könnte man sogar eine leichte Nähe zu MY CHEMICAL ROMANCE attestieren. Und spätestens beim Finalen „Wonderless“ haben sie mich dann auch endgültig gehabt. Ein herzzerreißendes Stück mit Gänsehautrefrain. Alle die Screamo aufgrund der Klischees oder der Art des Gesanges nicht mögen, werden mit Sicherheit auch mit PTV nichts anfangen können. Liebhabern des Genres sei diese Platte allerdings wärmstens empfohlen.