Wolf - Legions Of Bastards Tipp

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Stil (Spielzeit): Heavy Metal (52:38)
Label/Vertrieb (VÖ): Century Media (22.04.2011)
Bewertung: 8/10
Link: http://www.wolf.nu/

Der WOLF heult wieder! Nein, nicht das pelzige Vieh, das den Mond anjault, sondern das schwedische Quartett gleichen Namens, das zwei Jahre nach ihrem letzten Release "Ravenous" ein neues Album namens "Legions Of Bastards" veröffentlicht und in wenigen Monaten mit FIREWIND auf eine ausgedehnte Europatour gehen wird. Das Cover und die Trackliste weisen bereits vor dem ersten Hördurchlauf darauf hin, dass sich bei WOLF nicht viel geändert hat.

"Und das ist auch gut so", möchte man in Anlehnung einer bekannten Äußerung unseres Berliner Bürgermeisters rufen. Tatsächlich erwartet man von den Schweden nichts anderes als das, was man auf "Legions Of Bastards" denn auch zu hören bekommt: Perfekt ins Jahr 2011 transportierten, an IRON MAIDEN angelehnten Heavy Metal mit durchdachten Riffs, tollen Soli und einem Sänger, der nach wie vor nichts lieber macht, als mit rauer, hoher und unverwechselbarer Stimme seine Texte zum Besten zu geben, die sich auch auf dem sechsten Studioalbum der Band natürlich auch gerne mal wieder mit dem Bandnamen-gebenden Tier beschäftigen.

Mit "Vicious Companions" gelingt ein Einstand nach Maß: Treibender Bass, kräftig gespielte Drums, wunderbare Riffs und Hooks, ein mörderisch geiler Refrain und Power ohne Ende. So muss ein Wolf zupacken! Mit "Skull Crusher" erwartet den Hörer eine stampfende, schädelspaltende Headbanger-Hymne, die von dem heftig riffenden "Full Moon Possession", das zusätzlich mit einem mächtigen Chorus auftrumpft, abgelöst wird. Und egal, ob gitarrendominierte Stampfer ("Jekyll & Hide", das mit waberndem Bass beginnende "Nocturnal Rites", "False Preacher"), abwechslungsreiche, von vielen Tempowechseln durchzogene Nummern (das geniale "Tales From The Crypt") oder flotterer Headbang-Stoff ("Road To Hell", "Hope To Die", "Absinthe"), mit "Legions Of Bastards" werden sowohl alteingesessene Anhänger als auch Neueinsteiger glücklich gemacht.

Wie bereits "Ravenous" klingt auch die neue Scheibe mörderisch fett, aber nicht zu modern. Damit haben WOLF wieder einmal das Kunststück fertig gebracht, ihrer CD einen absolut zeitgemäßen und mächtigen, gleichzeitig aber niemals künstlichen oder gar sterilen Klang zu verpassen, der sämtlichen Instrumenten und den Vocals genügend Raum lässt und alle Teile der Band gleichberechtigt nebeneinander stellt. Vor allem die Drums beeindrucken wieder einmal mit ihrer Wucht und Power.

Halten wir also fest: Auch im sechsten Anlauf kann der WOLF immer noch verdammt fest zubeißen, und ich bin guter Dinge, dass sich das so schnell nicht ändern wird. Vielleicht gehen die Schweden anno 2011 nicht mehr ganz so frisch und unbedarft zu Werke wie beispielsweise auf "Evil Star" (nach wie vor mit ganz leichtem Abstand mein Lieblingsalbum), trotzdem sind sie mittlerweile eine der wichtigsten Bands, die traditionellen Metal sehr lebhaft in einem modernen und zeitgemäßen Gewand präsentieren. Und das tun sie eben auch 2011 wieder zum sechsten Mal.