Rebel Meets Rebel - s/t




Stil (Spielzeit): Country Metal (40:27)

Label/Vertrieb (VÖ): Locomotive Records (16.02.07)

Bewertung: 8/10

Link: http://www.myspace.com/rebelmeetsrebel

Hier ist es also, das letzte Vermächtnis eines der ganz großen Gitarristen, der mit seiner Art zu spielen nicht wenige Kids zur Musik gebracht, und mindestens genauso viele gestandene Musiker beeinflusst hat. 
Die Rede ist natürlich von DIMEBAG DARRELL, der mit seiner Band PANTERA mit dem Debüt „Cowboys From Hell“ seinerzeit die Metal Welt aus den Fugen brachte. 
Auf das tragische Ende dieses begnadeten Musikers möchte ich gar nicht weiter eingehen, diese Unfassbarkeit lässt einen heute noch innerlich erschauern. 

In den Jahren 1999 bis 2003 arbeitete Dimebag mit seinem Bruder Vinnie Paul an den Drums, PANTERA Basser Rex Brown und dem Country Sänger DAVID ALLEN COE an einem Werk, das den Metal und die Country Musik miteinander verbinden sollte. 
Das lag nahe, da die aus Texas stammenden Brüder schon in frühster Jugend mit der Country Musik konfrontiert wurden. Da sich jedoch die Touraktivitäten der einzelnen Musiker immer wieder überschnitten, konnte nur dann aufgenommen werden, wenn sie zufällig in derselben Ecke spielten, was das ganze Album zu einer Amerika umfassenden Recording Session machte.

Über Dimebag liest man so viele Geschichten, dass er ein freundlicher, immer offener Mensch war, der fast immer gut gelaunt war und meistens irgendeinen Blödsinn ausbrütete. 
Diese Geschichten braucht man eigentlich ab jetzt gar nicht mehr lesen. Hört euch einfach „Rebel Meets Rebel“ an, und ihr werdet aus jeder Sekunde dieses Albums Spaß, Gute Laune und Dimebags Charakter heraushören können. 
Leider hat Dimebag die Veröffentlichung nicht mehr erlebt, als das Album im April 2006 bei Vinnie Paul’s Label BIG VIN RECORDS erst einmal nur in den Staaten erschien.
 Vinnie Paul ließ sich bewusst Zeit mit der Veröffentlichung außerhalb der U.S. of A., da er Label und Vertriebe suchte, die mit Herzblut hinter der Sache standen. 

Zuerst war ich ja etwas skeptisch, wie sich Country Metal wohl anhören soll. Aber bereits nach dem ersten Durchlauf hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht. Dimebags unverkennbare Killerriffs, gepaart mit der Countrystimme von DAVID ALLEN COE passen unglaublich gut zusammen, und machen einfach nur richtig Spaß. 
Partymucke vom Feinsten. Und ich denke, genau das haben REBEL MEETS REBEL im Sinn gehabt. 
Songs wie der Titeltrack „Rebel Meets Rebel“, bei dem Dimebag im Duett mit David singt und der im Refrain von einer Geige untermalt wird, oder das mit einem Piano Solo im Intro versehene „Cowboys Do More Dope“ spühen nur so vor Lebenfreude, treten einen aber trotzdem richtig in den Allerwertesten. 
Das etwas melancholische Instrumental „Panfilo“, bei dem Dimebag sein Können auf einer Akustischen Gitarre zeigt, und welches als Intro zum nachfolgenden „Heart Worn Highway“, einem 1A Truckersong dient, zeigt eindrucksvoll, mit welchem Talent Dimebag gesegnet war. 
„One Night Stands“ ist dann wieder so ein, für dieses Album typischer Spaßrocker, mit megageilen Gitarrensolo von Dime. 

Dieses Album hat als Überschrift eigentlich nur ein Wort verdient: Spaß! 
Und so beschreibt auch Vinnie Paul dieses Album: „Pure hellraisin’, boozin’, jammin’ fun“. Auch wenn es schwer fällt, sich so grundverschiedene Stile wie Metal und Country miteinander vereint vorzustellen, es funktioniert bei allen zwölf Tracks perfekt. 
Mit haben besonders der stampfende Rocker „Time“, der Titeltrack „Rebel Meets Rebel“, und das total schräge „Get Outta My Life“ gefallen. Als Partysoundtrack kann man das Album aber ohne Probleme komplett durchlaufen lassen. 

Fazit: Die etwas andere Partymucke, mit schrägen Texten, einem Gitarristen, der Hammerriffs nur so aus dem Ärmel zu schütteln scheint, einem etwas anderen Country Sänger, und die Verschmelzung von zwei Musikstilen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nicht nur PANTERA Fans sollten hier zuschlagen, denn „Rebel Meets Rebel“ ist viel mehr als nur das Vermächtnis von Dimebag „Diamond“ Darrell. 
Und es ist schon mehr als traurig, wenn man sich überlegt, was uns dieser brilliante Musiker noch alles hätte geben können.