Freitag, 13 Februar 2026 19:10

Ivory Moon - The Silent Ruins of Mars

Ivory Moon - The Silent Ruins of Mars
    Symphonic Power Metal

    Label: Elevate Records
    VÖ: 30.01.2026
    Bewertung:7/10


Seit mehr als 20 Jahren spielen die Italiener IVORY MOON melodischen Symphonic Power Metal. Ihr Markenzeichen: Der zweistimmige Gesang, bei dem Sopranistin Loretta Venditti klar heraussticht. Wer auf ausgefeilte und dennoch leicht zugängliche Metal-Kompositionen sowie zum Teil opernhaften Gesang steht, könnte an „The Silent Ruins of Mars“ seine wahre Freude haben.

Ich muss zugeben, ich kannte IVORY MOON nicht, bis Ende 2025 der Album-Opener „A Dream Can Change the World“ vorab veröffentlicht wurde. Ein tolles Stück, das sämtliche Attribute eines flotten Power-Metal-Songs in sich trägt. Patrizio Izzo und Loretta Venditti teilen sich hier, wie auf fast sämtlichen anderen Songs, den Gesang. Starker Auftakt eines Albums, das sich inhaltlich mit dem Start einer Mars-Mission und der gefahrvollen Kolonialisierung des roten Planeten beschäftigt. Das Video zu „A Dream Can Change the World“ seht Ihr hier:

In der Folgezeit bietet das Septett um die Gründungsmitglieder Andrea Campisano (Bass, Gitarren) und Fabrizio Zucchini (Gitarren) zwölf weitere Songs, bei denen man der Band ihr Können und ihre langjährige Erfahrung anmerkt. IVORY MOON gelingt es, ihre ausgereiften Kompositionen vielschichtig und interessant zu gestalten, wobei die Keyboards nicht zu dominant eingesetzt werden und dankenswerterweise auch auf Ausflüge in Schlagergefilde verzichtet wird. Mein Favorit auf dem Album ist der Song „3.2.1 Lift Off“.

Zwei Gastsänger

Sicher nicht jedermanns Sache dürfte die gesangliche Umsetzung sein. Neben Patrizio Izzo sorgen die Gastsänger Carlo Fiaschi (Nanowar of Steel) und Angel Ruiz Mena (Sombras del Destino) mit ihren raueren Stimmen für Abwechslung. Dominiert wird das Album jedoch ganz klar durch Loretta Venditti, die seit 2014 zur Band gehört und laut der verfügbaren Informationen im Web offenbar auch regelmäßig an der Oper auftritt. Ihr Können ist ganz sicher unbestritten, mir sind einige ihrer hohen Gesangslinien jedoch schlichtweg „zu viel“. 

Natürlich liegt da die Vermutung nahe, dass sich IVORY MOON immer auch ein bisschen an alten NIGHTWISH-Scheiben orientieren, rein kompositorisch sind sie jedoch eher im melodischen Power Metal zuhause. Letzten Endes lässt sich sagen, dass „The Silent Ruins of Mars“ in meinen Ohren zwar kein geniales Album ist, jedoch viele wirklich tolle Momente bietet, und dass ich mir IVORY MOON aufgrund dieser Scheibe nur zu gerne auch mal live zu Gemüte führen würde.  

The Silent Ruins of Mars“ Tracklist:

  1. A Dream Can Change the World
  2. Dreams Gone
  3. A Light in the Darkness
  4. 2.1 Lift Off
  5. It’s Not a Sin to Cheat the Devil
  6. The Arrival
  7. The Discovery
  8. What Doesn’t Kill Us Makes Us Stronger (feat. Angel Ruiz Mena)
  9. Without Return
  10. The Enemy Inside (feat. Angel Ruiz Mena)
  11. A New Home for Us
  12. The Last Goodbye
  13. The End is my Future (feat. Carlo Fiaschi)

IVORY MOON Besetzung:

Loretta Venditti – Gesang

Patrizio Izzo – Gesang

Luca Grossi – Gitarren

Fabrizio Zucchini – Gitarren

Fabrizio Sclano – Bass

Fabio Bonuglia – Keyboards

Emiliano Cantiano – Schlagzeug

Marcus

Als Kind geprägt durch die umfangreiche Plattensammlung meines Vaters, in der von BAP bis Motörhead alles vertreten war, sowie eine dauerhafte Infektion mit dem Kiss-Virus (seit 1979 nicht mehr abgeklungen), entwickelte sich äußerst früh meine Begeisterung für Rock, Hardrock, Metal und Konzerte. Und abgesehen von Paul Stanley und Co. gilt in meinem Fall: Je kleiner, desto feiner! Diese unglaubliche Energie, die ein Clubgig entfachen kann, ist für mich mit nichts zu vergleichen. Insofern ist es gar nicht hoch genug zu bewerten, dass es auch nach Corona und trotz bedenklicher Preisentwicklungen kleine Veranstalter und Locations gibt, die mit Herzblut dafür kämpfen, auch unbekannteren Künstlern eine Bühne zu bieten – das ist keine Selbstverständlichkeit! Daher: Support your local clubs and bands!

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