Pagans Mind - Gods Equation


Review


Stil (Spielzeit): Progressive Power Metal (60:08)
Label/Vertrieb (VÖ): LMP/SPV  (9.11.2007)
Bewertung: 9/10
Link: http://www.pagansmind.com

Seit sieben Jahren gibt es mittlerweile die norwegischen Progressive Metaller PAGAN´s MIND. Nach drei ziemlich erfolgreichen Alben legen sie jetzt mit „Gods Equation“ ihr bis dato Meisterwerk vor. Die längere Pause scheint den talentierten Musikern rund um Ausnahmesänger Nils K. Rue mehr als gut getan zu haben. Zehn Eigenkompositionen und ein äusserst gelungenes Cover von DAVID BOWIEs „Hallo Spaceboy“ ballern einem dermaßen komplex um die Ohren, dass man mindestens zehn Durchläufe braucht, um jedenfalls den Großteil der Feinheiten nachvollziehen zu können. 
Als Unterstützung haben sie sich diesmal Stefan Glaumann, bekannt als Produzent für RAMMSTEIN, ins Studio geholt. Aber keine Bange, das klingt alles nicht nach den deutschen Rumsmetallern. Alle Erfahrungen die die Band in den letzten Jahren gesammelt hat, vereinigen sich auf „Gods Equation“zu einem wahren Klangerlebnis. 

Mit „The Conception“ beginnt die Reise. Atmosphärische Keyboards erklingen und man lullt so vor sich hin, entspannt sich bei dem melodischen, schönen Opener, um dann bei „Gods Equation“ abrupt aufzuwachen. Mit leicht verzerrter Modulation begleitet der Sänger einen in eine andere Dimension. PAGAN´s MIND hatten schon immer Texte, die sich mit anderen Dimensionen und anderen Ansichten beschäftigten und hier ist es nicht anders. Teilweise düster, teilweise spacig, aber ungezwungen. Alles klingt wie leicht dahergespielt, beinhaltet jedoch eine Tiefe, wie sie heutzutage nicht viele Prog-Bands liefern können. Da sind Ausnahme-Musiker am Start und das hört man. Die Produktion ist glasklar. Auf „United Alliance“ stört mich etwas der zu starke Dauer-Einfluss des Keyboards, aber die klaren Melodielinien machen es wieder wett. „Atomic Firelight“ lässt einen dann erstmal vom Sofa purzeln. Das fängt dermaßen heftig an und Nils Stimme ist so verzerrt, dass man einen Schreck bekommt. Es fängt sich und wird dann wunderbar treibend. Ganz großes Kino. Die weiteren Songs erzählen Geschichten und lassen einen in Bereiche treiben, die man eigentlich gar nicht betreten will. Den Abschluss bildet das knapp neunminütige „Osiris Triumphant Return“, hier geben die Norweger noch mal alles. Monumental. 
Mein kleiner persönlicher Fave ist ja das Cover „Hallo Spaceboy“. Hätte ich niemals gedacht, dass man David Bowie heute so geil covern kann. Ob die das wohl auf der Tour mal live spielen können bitte? Cool. Sehr cool. 

Die gesamte Produktion klingt erfrischend und transparent, haut einen förmlich aus den Socken und hinterlässt einen Rausch im Hirn. Die Gitarrenarbeit bildet eine betondicke Wand, ohne das filigrane Songwriting zu zerstören. Das ist experimentell und modern, gleichzeitig findet man klassische Prog.-Elemente. Das Warten auf „Gods Equation“ hat sich mehr als gelohnt. Einen kleinen Abzug gibt es für das wie immer in blau gehaltene Cover: eine nackerte Hindu-Schönheit oder was soll das sein? Aber das Label LMP hatte schon immer eine Affinität für seltsam-putzige Coverbilder. Dem musikalischen Können der Band wäre was schöneres gegönnt gewesen. Wer noch überlegt, ob er sich die Herren zusammen mit FATES WARNING auf der grade laufenden Tour angucken soll: Hingehen! Und natürlich dieses Werk kaufen. Progfans werden es lieben.