Nightmare - Genetic Disorder




Stil (Spielzeit): Heavy Metal (57:03)

Label/Vertrieb (VÖ): Regain Records / Soulfood Music (30.11.07)

Bewertung: 8/10

Link: http://www.nightmare-metal.com

NIGHTMARE haben sich bereits 1979 gegründet, und ihren großen Durchbruch schafften sie 1983, als sie für DEF LEPPARD vor über 4000 Fans eröffnen durften. 
Und das ohne aktuelles Album, denn ihr Debüt „Waiting For The Twilight“ veröffentlichten sie erst ein Jahr später. Nach dem Release ihres zweiten Werks „Power Of The Universe“ 1985 legten NIGHTMARE eine 14 Jahre andauernde Pause ein, um sich 1999 für eine einzige Show zu reformieren, die natürlich auch mitgeschnitten wurde, und unter dem Titel „DeLIVErance“ den Weg in die Regale der CD Händler fand. 
Und genau mit dieser CD erwachte auch wieder das Interesse der Musikindustrie an der Band, und was eigentlich gar nicht geplant war, trat ein, denn NIGHTMARE unterschrieben einen Deal bei Napalm Records, für die sie zwei Alben einspielten, bevor sie 2005 zu Regain Records wechselten. 

„Genetic Disorder“ ist jetzt bereits der zweite Tonträger, den sie für ihr neues Label einspielten. In der Besetzung Ives Campion (Bass, backing voclas), Davis Amore (Drums), Jo Amore (Lead Vocals), und dem Gitarrenduo Alex Hilbert und Franch Milleliri haben die Jungens zwölf Heavy Metal Songs eingezimmert, die traditioneller klingen könnten. 
Jo Amores Reibeisenstimme und die geniale Gitarrenarbeit drücken dem Album ihren unverwechselbaren Stempel auf, und sorgen für einen sehr hohen Widererkennungswert, denn diesen Sound vergisst man so schnell nicht mehr. 

Mit dem Intro zum Opener „Nothing Left Behind“ versuchen sie noch, den Hörer auf’s seichte Glatteis zu führen, aber spätestens mit den ersten Riffs zeigen NIGHTMARE ihr wahres Gesicht. 
Der Song hat so einen unglaublichen, schleppenden Groove, dass es mit schwer gefallen ist, die Füße still zu halten. Vollgas geben sie dann mit „Battleground For Suicide“, wobei sich hier Jo Armores Stimme auch schon mal in höhere Gefilde wagt, und diese Ausflüge hervorragend meistert. Die Tracks wechseln immer zwischen schleppend und treibenden Beats, wie zum Beispiel bei „Queen Of Love & Pain“, „Leader Of The Masquerade“ oder „Forsaken Child“, und schnellen Doublebass-Nummern wie „Conspiracy“, „The Dominion Gate (Part II) oder „Wicked White Demon“. 
Trotz aller Härte in den Songs stehen aber immer die Melodien im Mittelpunkt, wodurch die Songs unglaublich zugänglich werden, zum Teil sogar richtigen Ohrwurmcharakter entwickeln. 

Anspieltipps von mir sind der Opener „Nothing Left Behind“ und der Stampfer „Queen Of Love & Pain“. 

Fazit: Es gibt ihn noch, den traditionellen Heavy Metal, bei dem nicht versucht wird, irgendwelchen Trends hinterher zu jagen, sondern bei dem sich die Musiker einfach nur auf ihre Wurzeln berufen. 
NIGHTMARE sind mit „Genetic Disorder“ der Beweis, dass dieser Spagat funktionieren kann, ohne altbacken und angestaubt zu klingen.