Cryonic Temple - Immortal


cryonic_temple_-_immortal


Stil (Spielzeit): Metal (51:40)
Label/Vertrieb (V.Ö.): Metal Heaven / Soulfood Music (21.12.08)
Bewertung: (7,5/10)
Link: http://www.myspace.com/cryonictemple  


CRYONIC TEMPLE wurde bereits im Jahr 1996 gegründet, und haben es im Laufe ihrer Karriere neben vielen Festival Auftritten wie zum Beispiel beim Sweden Rock, beim Motala Metal Festival oder auch beim kultigen Headbangers Open Air, zwar nur auf vier Studioalben in fast 13 Jahren gebracht, die es aber in der Vergangenheit durchaus verstanden haben zu begeistern.

Für ihr viertes und aktuelles Album „Immortal" haben Sänger Magnus Thurin, die Gitarristen Leif Collin und Esa Ahonen, Drummer Hans Karlin und Bassist Björn Svensson im Mai und Juni 2008 elf Songs eingespielt.

Dabei gehen die Schweden äußerst kompromisslos zur Sache und scheinen Schnörkel und Abwege kaum zu kennen. Sänger Magnus Thurin, dessen Organ laut der Bandbio von Michael Kiske, Geoff Tate oder auch Tony Martin beeinflusst worden sein soll, drückt den Songs enorm seinen Stempel auf. Allerdings kann ich stimmlich eher Gemeinsamkeiten zu BLIND GUARDIAN Sänger Hansi Kürsch erkennen, zumindest wenn er ordentlich Gas gibt, was zum größten Teil der Fall ist.

Beim Opener und Titeltrack „Immortal", der durch geschickt eingebaute Breaks aufgepeppt wird, zeigen CRYONIC TEMPLE direkt, was man auf der Scheibe zu erwarten hat, nämlich kompromisslosen, zum Teil recht melodiösen Metal. Mit „Standing Tall" geht die Fahrt im selben Tempo weiter, lässt nur zu Beginn von „Where The Sadness Never Rest" mit balladesken Klängen etwas nach, aber die Befürchtung, die Band würde sich der Versuchung eine radiotaugliche Ballade einspielen hingeben, wird nach wenigen Sekunden durch ein mächtiges Riff und eine Doublebass-Orgie sofort ad acta gelegt.
Einen ähnlichen „Täuschungsversuch" starten sie mit „Fear Of The Rage", aber bevor die Feuerzeuge überhaupt nach oben gereckt werden könnten, wird das Gaspedal wieder bis zum Anschlag durchgetreten, und der Sound nimmt fast schon brutale Züge an.

Aber CRYONIC TEMPLE können nicht nur schnell, sondern auch stampfend und schleppend, wie sie eindrucksvoll mit „Time" unter Beweis stellen. Kurz vor Ende des Albums kommt dann aber doch die befürchtete Ballade in Form von „As I Sleep", die sich aber glücklicherweise als weniger kitschig und schnulzig, dafür aber als sehr gefühlvoll und eingängig präsentiert. Trotzdem bleib ich dabei, schnell und fett können sie besser.
Den instrumentalen Rausschmeißer „Departure" hätten sich die Jungens dann aber sparen können, denn die über zwei Minuten Länge hätten sie mit einem geringen Zeitzuschlag noch mal locker zu einem kompletten Song ausbauen können.

Fazit: Hier wurde zwar kein neues Rad erfunden, aber dafür eine altes ziemlich neu aufgezogen. Durch die frischen und druckvolle Produktion, gepaart mit den krachenden, aber jederzeit melodiösen Songs dürften CRYONIC TEMPLE für jeden Fan, der auf traditionellen aber trotzdem modern klingenden Metal steht, eine Versuchung wert sein.