Caliban - I Am Nemesis Tipp

caliban i am nemesis cover

Stil/Spielzeit:
Metalcore (45:21)
Label/Vertrieb (VÖ): Century Media / EMI (03.02.12)
Bewertung: 8,5/ 10

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Wer hätte das gedacht? Nach „Say Hello To Tragedy", welches ein doch eher enttäuschendes Werk der Ruhrpottcorler war, legen CALIBAN jetzt mit „I Am Nemesis" wieder ein Werk vor, welches deutlich zeigt, warum die umstrittene Metalcore-Band so einen großen Namen hat: Die Songs krachen vor Härte und sie lassen viele der nachgewachsenen Kollegen um Längen hinter sich. Auch 2012 kann Metalcore Spaß machen!

Aber sie gehen auch wirklich auf Nummer sicher: Der oftmals wackelige Gesang vom Frontsänger ist gekonnt in Szene gesetzt, wird verfremdet, wenn es an gesprochene Parts geht und erhält ordentlich Unterstützung von den Schreihälsen von HEAVEN SHALL BURN, SUICIDE SILENCE und AS BLOOD RUNS BLACK. Zusätzlich ist das Keyboard mittlerweile so dermaßen gut in den Songs integriert, dass es eine grundsätzliche Bereicherung ist, die nicht wie ein Experiment, sondern sehr organisch klingt.

Gleiches kann man übrigens auch zu den Cleanvocals sagen, die zwar nach wie vor gerne vorkommen, aber nicht in jedem Song zu finden sind und sich dieses Mal wirklich gut in die moshlastigen Songs fügen. Und im Gegensatz zu vielen anderen Metalcoreplatten, die ich in letzter Zeit gehört habe, können CALIBAN hier Ecken und Kanten so wie ein eigenes Gesicht zeigen und spielen eben nicht nur die üblichen Songmuster runter – wenn natürlich auch alle Trademarks vorhanden sind. Aber man kann Mosh und melodische Refrains halt auch verbinden, ohne dass es immer direkt abgegriffen klingt und damit sogar richtig gutes Songwriting anstellen.

Schon seltsam, ich hätte nach dem letzten Album und der Cover-EP nun wirklich nicht an die große Rückkehr von CALIBAN geglaubt, aber „I Am Nemesis" klingt so frisch wie ein Befreiungsschlag (sogar ein deutschsprachiger Song ist vorhanden), und auch der „ruhige" Song gegen Ende des Albums ist mal wieder ein Knaller geworden.
Und so zeigt das Quintett, wie man Melodie und Härte, Groove und Druck ziemlich gut miteinander verbinden kann und gleichzeitig abwechslungsreich klingt. Hätte ich so nicht erwartet – welcome back!

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