Today Was Yesterday - self

Today Was Yesterday - self

Bereits seit einem Vierteljahrhundert machen Ty Dennis und Angelo Barbera gemeinsam Musik, unter anderem bei THE MOTELS und THE DOORS OF THE 21ST CENTURY. Mit TODAY WAS YESTERDAY und ihrem selbstbetitelten Debüt starten die beiden Multiinstrumentalisten ihr ganz eigenes Ding. Prominente Unterstützung erhalten sie dabei von zwei Gitarristen: Robby Krieger, den sie gut aus ihrer gemeinsamen Zeit bei der Nachfolgeband der legendären THE DOORS kennen, und niemand Geringerem als RUSH-Sechssaiter Alex Lifeson.

BEI TODAY WAS YESTERDAY ist Ty Dennis für Drums, Percussions und Programming zuständig, während sich Hauptsongwriter Angelo Barbera um alle anderen Instrumente wie Gitarren, Bass und Piano sowie die Vocals kümmert. Mit seinem angenehm dunklen Timbre hebt sich Barbera gesangstechnisch von vielen Kollegen der Prog- und Rock-Szene ab und sammelt gleich schon mal Pluspunkte.

Musikalisch zelebriert das Duo eine schwer greifbare Mischung aus Progressive, Art und Pop Rock – sphärisch, warm und zurückhaltend. Seichte PORCUPINE TREE, teilweise MARILLION, PETER GABRIEL, die ungeliebten (oder unterschätzten?) GENESIS mit Ray Wilson in den Spätneunzigern oder RUSH (insbesondere der slappige Bass-Sound) geistern im Klangraum herum, ohne wirklich gefasst werden zu können.

Der entspannt-entrückte Rocker "Grace", als Opener gleichzeitig stärkster Song auf "Today Was Yesterday", bleibt mit seinem leicht vertrackten Rhythmus und stimmungsvoll-sphärischem Chorus schon beim ersten Hören im Ohr und ist unabhängig vom musikalischen oder personellen Kontext ein echt starkes Ausrufezeichen.

Der gelungene Einstieg weckt hohe Erwartungen, die der Rest des knapp 47-minütigen Albums leider nicht ganz erfüllen kann. Zwar schließt der gelungene Abschluss "My New Low" mit seinem schönen, warmen Refrain einen gelungenen Kreis zu "Grace", doch abgesehen von einigen hörenswerten Momenten ("A Louder Silence" mit seinen eindringlichen Gitarren im Chorus, das sanfte "On My Own", der bissige Refrain in "My Dog Is My God" oder "If I Fall (Silly Games)" mit latentem PNK-FLOYD-Feeling) plätschert der Rest des Materials recht fad dahin. Der Anspruch, intelligente Musik für aufmerksame Ohren zu schreiben, scheitert an zu vielen Stellen, indem das proggig-poprockige Material eher was zum Nebenbei hören wird. 

Das liegt weder an den handwerklichen Fähigkeiten des Duos noch am Sound, sondern am bis auf wenige Lichtblicke durchschnittlichen Songwriting. Selbst die prominenten Gastmusiker können nichts retten, auch wenn RUSH-Anleihen stärker wahrnehmbar sind als THE-DOORS-Vibes.

Zumindest mit "Grace" ist TODAY WAS YESTERDAY direkt zum Einstieg ein richtig atmosphärisches Highlight gelungen. Schade, dass das Duo das hohe Niveau nicht halten kann und zu selten aufblitzen lässt, wozu es imstande sein könnte. Immerhin: Entspannend sind die Nummern allemal.

"Today Was Yesterday" Trackliste:

01. "Grace" (featuring Alex Lifeson)
02. "A Louder Silence" (featuring Alex Lifeson)
03. "On My Own" (featuring Alex Lifeson)
04. "I Take All" (featuring Ed Roth)
05. "My Dog Is My God" (featuring Alex Lifeson)
06. "Faceless Faraway Song" (featuring Alex Lifeson)
07. "If I Fall" (featuring Robby Krieger)
08. "Rukus"
09. "Borrowed"
10. "My New Low" (featuring Alex Lifeson)

TODAY WAS YESTERDAY Line-up:

Angelo Barbera - vocals, bass, guitars, piano, programming
Ty Dennis - drums, percussions, programming

Chrischi

Stile: Metal und (Hard) Rock in fast allen Facetten

Bands: Metallica, Pearl Jam, Dream Theater, Iron Maiden, Nightwish ...

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