ZSK - Herz Für Die Sache

ZSK - Herz Für Die Sache
    politischer, melodischer Skatepunk

    Label: People Like You
    VÖ: 29.04.13
    Bewertung:7/10

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ZSK spielten früher einmal eine Mischung aus Skate- und Deutschpunk. 2007 haben sich die Berliner dann aufgelöst, weil man nicht genug Band war, um den Job an den Nagel hängen zu können, aber sich die Band noch nicht selber tragen konnte und damit wohl dann auch der Job in Gefahr war. Mit „Herz für die Sache" sind die vier Jungs (mit neuem Drummer allerdings) wieder zurück im Geschäft – und zum Glück kein bisschen leiser.

Zwar gibt es auch Songs, bei denen ZSK über ZSK singen (was bei einer Reunion auch irgendwie Sinn macht), aber zum Großteil sind sie so politisch („Kein Bock auf Nazis" ist eine Kampagne von ZSK) und wütend wie eh und je – was trotzdem wunderbar gut zusammen mit den Harmonien funktioniert, die man auch in den 90ern bei vielen kalifornischen Bands geliebt hat. Eigentlich hätten sich ZSK heute wie früher gut neben WIZO auf FatWreck gemacht. „Was wollt ihr hören" erinnert im Hauptriff erst mal auch sehr stark an „Drugs Are Good" von NoFX.

Vor allem Nazis müssen sich bei den MelodicPunks in Acht nehmen, da ZSK nach wie vor stark darauf setzen, Musik als Transportmittel für Inhalte zu nehmen. Ihnen ist zwar klar, dass sie damit keine Revolution entfachen werden, aber „wenigstens haben sie es versucht". Und eine klare Haltung ist ja heute nicht mehr immer unbedingt Teil der Punkrockbands. Aber auch Szenepolizisten kriegen ihr Fett weg (wobei ihnen Bela B. tatkräftig unter die Arme greift) und bekommen auf diesem Album direkt mal den sowohl poppigsten als auch härtesten Song des Albums gewidmet.

Zwar gibt es auf "Herz für die Sache" auch ein englischsprachiges Lied, aber die Hauptstadtband scheint ansonsten keinerlei Ansätze zu zeigen, auch den internationalen Markt zu beackern zu wollen. Wobei sie musikalisch und qualitativ ruhig über die Landesgrenzen schielen dürften, bleiben ZSK die deutschsprachige KaliPunk-Band, die aber inhaltlich deutlich an Bands wie SLIME etc. geschult wurde – nur eben wesentlich melodischer und poppiger, dennoch nicht drucklos!

Klar klingen ZSK immer noch stark 90er-lastig und nicht jeder wird auf deutschsprachigen Poppunk abfahren, aber irgendwie klingt „Herz für die Sache" sehr erfrischend, strotzt vor Melodien und Ideen und Herzblut. Und „Punkverrat" ist echt ein Megahit. Wenn die Jungs noch ein klein wenig mehr Ecken und Kanten hätten, würde ich sie vermutlich total abfeiern, aber auch so ist das Comeback mehr als gelungen!