Rival Sons - s/t EP Tipp

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Stil (Spielzeit):
Blues / Rock/ Psychodelic (25:42)
Label/Vertrieb (VÖ): Earache Records / Front Line (10.01.2011)
Bewertung: 8,5 / 10

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Offizielle Bandseite

Düster und zugleich sandig trocken swingt "Get What's Coming" den Ohren entgegen, als sich die selbstbetitelte EP der RIVAL SONS auf dem Teller zu drehen beginnt. Der Mittelteil zieht mich mit weiten Delay-Tönen in seinen Bann. Die im Jahr 2008 formierte kalifornische Band gibt besten Blues-Rock von sich, der einfach verdammt authentisch klingt.

Dabei lassen die Herren in jedem Track genug Platz für verträumte Gitarrenläufe, oder auch vereinzelte Soli, wie sie in "Torture" und "Radio" zu hören sind. Micheal Miley hält die partiell wüsten Instrumentalausbrüche seiner Kollegen dabei klasse zusammen. Scott Holiday zaubert darüber dann saftige Oldschoolriffs von ganz rotzig bis wunderschön gezupft. Mit "Sacred  Tongue" beweisen die SONS, dass ihr Verständnis für musikalische und lyrische Verzweiflung sehr ausgereift ist. Jay Buchanan rundet dank seinem Organ die Vorstellung einer Tabak kauenden und Karohemden tragenden Lockenband in einer Karaokebar am Rand eines Highways so großartig ab, dass ich behaupten möchte, schon lange nicht mehr so viel Wahrhaftigkeit auf einmal gehört zu haben.

Die fetzigen Flanger-Effekte auf den Gitarren in "Sleepwalker" verpassen dem Prog-Brocken die richtige Seitenlage, um den Jack Daniel's nochmal von rechts nach links durch die gutturale Höhle schwappen zu lassen, bevor man's runterschluckt und den Refrain mitgröhlt. Cool. Abschluss findet der erste Sprössling aus dem Hause EARACHE RECORDS mit der ausladenden Halbballade "Soul", die inhaltlich soviel James Brown Charakter in Slowmotion hat, dass der Daumen weiterhin oben bleibt.

Der Mix der "Rival Sons EP" klingt ebenso stark nach den bluesrockigen Spätsechzigern, wie er modern und austariert ist. Gitarre und Bass schnatzen ordentlich was zusammen, wenn es rockt, und bieten träumerische Momente, wenn der Song das braucht. Mileys Schlagwerk pappt ordentlich unordentlich durch die Boxen, und verbreitet dabei dennoch genug Druck, um nicht in den Hintergrund zu geraten. Buchanan schließlich, kratzend und krächzend, aber trotzdem melodisch, komplettiert ein sauberes Bild einer dreckigen Band, deren zweites Album "Time & Pressure" schon in der Schmiede ist. Für Bluesrocker ein Muss!

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