Richie Kotzen - Return Of The Mother Head's Family Reunion




Stil (Spielzeit): Traditioneller Hard Rock (57:19)

Label/Vertrieb (VÖ): Frontiers Records / Soulfood Music (19.10.07)

Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.richiekotzen.com

RICHIE KOTZEN ist sicher einer der begnadetsten Gitarristen überhaupt. Nicht umsonst wurde er mit 18 Jahren von den Lesern der Zeitschrift Guitar World zu einem der drei besten Nachwuchsgitarristen weltweit gewählt. 
Das der Rest der Welt dann auch irgendwann mal Notiz von ihm nahm, lag an der Tatsache, dass er in den Megaseller Bands wie POISON und MR. BIG sein Können zur Schau stellen konnte. 
Anschließend spielte RICHIE KOTZEN nicht nur auf diversen Soloalben, sondern auch auf etlichen Alben andere Musiker mit, was seine Discografie auf mittlerweile über 30 Alben ansteigen ließ. 
Ein weiteres Zeichen der Wertschätzung der Musikindustrie für sein Können stellt die Tatsache dar, dass Fender einer Signature Serie seinen Namen verpasste. 

Bei seinem aktuellen Album „The Return Of The Mother Head’s Family Reunion“, bei dem ihm Adrian Schierbaum (keyboards), Virgil McKoy (bass) und Franklin Vanderbill (drums) unter die Arme greifen, übernimmt er neben allen Gitarrenparts auch die Vocals. Zwölf Hard Rocker haben die Jungens für „The Return Of The Mother Head’s Family Reunion“ eingespielt, und glücklicherweise ist dieses Album kein Selbstdarstellungsobjekt eines Guitar Heros, denn mit übermäßiger Dudelei hält sich Richie gepflegt zurück. 
Das Album klingt sehr traditionell, und teilweise mehr nach Woodstock und Flower Power, als manche Alben, die in dieser Zeit veröffentlicht wurden. 
Ein Grund dafür ist mit Sicherheit die immer wieder zum Einsatz kommende Hammond Orgel, aber auch der raue Grundsound auf diesem Album, der teilweise wie live eingespielt klingt. 

Das straighte „Go Faster“ eröffnet ein Album mit vielen Überraschungen. Schon beim zweiten Song „You Know That“ horcht man auf, da der Track mit jeder Menge Funk Elementen aufwartet, womit man zuerst gar nicht rechnen würde. 
„Fooled Again“ könnte auch ein Song von LENNY KRAVITZ sein, und nachdem RICHIE KOTZEN vorher eher kraftvoll singt, kommen seine Vocals hier eher lasziv und entspannt. Das über sechs Minuten lange „Faith“ ist eine Bluesnummer der ganz alten Schule, langsam aber unglaublich intensiv. 
„Bad Things“ geht dann wieder richtig ab, harte Gitarren unterstützt von der schon erwähnten Hammond Orgel. Der Song klingt seht spontan und irgendwie improvisiert. 
„Dust“ läuft dann wieder vor lauter Blueselementen förmlich über, und hat einen unglaublichen Groove, gefolgt von der Ballade „Chase It“, bei der Richie demonstriert, das seine Stimme unglaublich facettenreich ist, da er neben der rockigen, der lasziven jetzt auch seine gefühlvolle Seite zeigen kann. 

„Do It Yourself“ und „You’re Crazy“ rocken dann einfach wieder nur nach vorne, wobei Richie es hier schafft, tolle Melodiebögen mit druckvollen Rhythmen zu paaren. 
Wer LENNY KRAVITZ gerne hört, dem wird auch „Feed My Head“ gefallen, dem zweiten Song der mich an diesen Sänger/Gitarristen erinnert. 
Einen absoluten Blueshammer lassen die Jungens dann mit „Can You Feel It“ los, bevor die Demo Version von „Drift“ als Bonus Song das Album abschließt. 

Fazit: Wer auf geradlinigen Hard Rock steht, der nicht nut runtergeschrabbelt, sondern förmlich zelebriert wird, sollte nicht zögern, sich dieses tolle Album zuzulegen. RICHIE KOTZEN zeigt mit „Return Of The Mother Head’s Family Reunion“ wie ein traditionelles Hard Rock Album klingen muss. Der raue, unpolierte Sound tut sein übriges, um diesem Album jede Menge Flair und Atmosphäre zu verpassen. Cool.

 

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