Jimmy Eat World - Chase This Light

JEW Chasethislight

Stil (Spielzeit): Pop / Rock / Emo (45:22)
Label/Vertrieb (VÖ): Geffen / Universal (19.10.07)
Bewertung: knappe 5 / 10
Link: http://www.jimmyeatworld.com/
http://www.myspace.com/jimmyeatworld

Oh man, wie schade. Ich hätte spontan auch nicht gedacht, dass ich einer JIMMY EAT WORLD-Platte nur 5 geben würde. Aber ehrlich gesagt ist da schon beinahe so etwas wie ein Sympathiepunkt dabei.
Nachdem ich die CD für 10 Minuten laufen hatte, kam direkt ein „Was ist denn dass für eine Lala?“ von meiner Freundin. Mutig erwiderte ich noch: „Vorsicht: JEW schreiben mit die besten Popsongs überhaupt!“. Aber dass ich die Silbe „Pop“ hätte so groß schreiben können, hatte ich mir bis zu dem Moment auch nicht träumen lassen. Denn was hier in einer Dreiviertelstunde passiert, ist nichts anderes als purer Pop. Aber leider eben nicht in dem Sinne, wie ich es sonst mit dem Quartett verbunden habe.

Hier sind definitiv zu viele „huhus, schubidus und handclaps“ drauf. Die Melodien sind zu oberflächlich und die Sounds der Songs (die zwar sehr unterschiedlich, aber eben nicht sonderlich überzeugend sind) sind einfach zu radioesque. Und mir fehlen hier ganz definitiv die Hits. Selbst auf dem „Future“-Album von vor zwei Jahren waren noch einige richtige Hits drauf, auch wenn die Bewegung hin zur Belanglosigkeit streckenweise nicht mehr zu übersehen war. Aber auf „Chase This Life“ finde ich ganze drei Songs, die mir wirklich gut gefallen – aber trotzdem werde ich sie wohl nicht in meine JEW-Top-Faves aufnehmen, denn so überzeugend wie „Hear You Me“, „Bleed American“ (wie schön es gewesen wäre, so was hier zu hören…da ist „Firefight“ schon die große Ausnahme) oder „Lucky Denver Mint“ undundund, sind sie dann leider auch nicht.

Die erste Single „Big Casino“ ist ein ganz „netter Rocker“ (für die die neuen Verhältnisse im Hause JEW zumindest),  „Gotta Be Somebody`s Blues“ ist ein cooles Radiostück und der Bonustrack „Be Sensible“ klingt schon beinahe wie ein richtiger JIMMY EAT WORLD-Hit. (Und der Titeltrack und "Dizzy" klingen schon ein bisschen nach Selbstimitat, aber trotzdem noch etwas besser als der Rest des Albums.)
Aber ansonsten herrscht hier wirklich nur massenkompatibler Pop vor. Man verstehe mich nicht falsch: ich mag Pop. Aber hier fehlt mir einfach das gewisse Etwas, dass JEW eigentlich so besonders machen. Ok, angenommen, im Mainstreamradio würden nur noch Popsongs von Jim Adkins gespielt, wäre das auf jeden Fall schon mal eine Verbesserung, aber trotzdem noch nicht die Lösung des Problems.

Fazit: Schickes Jewel Case, schickes Booklet, fette Produktion, vier nette bis gute Songs und ansonsten: Pop. Mir ist das zu durchschnittlich. Wem`s gefällt…

Konzertberichte dazu

Mehr Rock / Hard Rock Reviews