Mason Hill - Against The Wall

Mason Hill - Against The Wall

Offenbar mussten MASON HILL erstmal eine gehörige Portion Scheiße futtern, bevor sie acht Jahre nach Bandgründung ihr Debüt veröffentlichen konnten. Die ersten Berührungspunkte mit dem Haifischbecken Musikindustrie verliefen wohl alles andere als super für die Schotten, die zwischenzeitlich auch schon ans Aufgeben gedacht hatten. Eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne hat dann doch dazu geführt, dass wir jetzt “Against The Wall” zu hören bekommen.

So amerikanisch klang schottische Musik noch nie 

Dass die fünf Jungs von MASON HILL aus Glasgow kommen, hört man dem Album nicht an: Der moderne Hard Rock auf “Against The Wall” klingt durch und durch US-amerikanisch. Auch wenn ich die teilweise gezogenen Vergleiche mit NICKELBACK nicht ganz gerechtfertigt finde – so zahnlos wie die Chad-Kroeger-Bande klingen MASON HILL nun wirklich nicht – zeigen sie doch in die richtige Richtung. Auch die Ähnlichkeit des Cover-Artworks mit BON JOVIs “Have A Nice Day” legt eine Fährte. 

“Against The Wall” klingt nach allen Klischees modernen Hard Rocks 

MASON HILL schreiben durchweg Songs, die nach der ganz großen Stadionbühne klingen, nach breitbeinig gespielten Gitarren und allen Klischees, die auch zum modernen Rock noch dazugehören. Der Sänger Scott Taylor ist mit einer moderaten, melodischen Rockröhre ausgestattet und haut eine Ohrwurm-Melodie nach der anderen raus, während die Instrumentalfraktion derbe rockt – aber nicht so derbe, dass man nicht noch zwischen AC/DC und LINKIN PARK im Rockradio gespielt werden könnte. Dort konnte sich die Single “DNA” auch schon einen Platz in der Playlist sichern. 

MASON HILL klingen glatt – aber können gute Songs schreiben 

Das klingt einerseits nach Reißbrett, weil dieser Stil eben so leicht zugänglich klingt, wie er eben klingt. Und auch MASON HILL fügen ihm keine neuen Facetten hinzu. Aber Songs schreiben können sie – und die fünf Schotten legen Wert auf abwechslungsreiche Kompositionen. #

So ist “Against The Wall” zwar stromlinienförmig, aber sicher nicht langweilig. Und abgesehen von der schlimmen Ballade “Where I Belong” hält sich der Schmalz auch einigermaßen in Grenzen. Einzig die schon jetzt abgeschliffenen Ecken und Kanten könnte man kritisieren. Aber wenn die Band auf den ganz großen Rockzirkus schielt, passt das schon. 

“Against The Wall” ist also ein mega-professionelles Debüt, mit dem MASON HILL jetzt durchaus durchstarten könnten. Nach den schwierigen Startbedingungen wäre es ihnen zu wünschen. 

MASON HILL sind:
 
Scott Taylor (lead vocals)
James Bird (lead guitar)
Marc Montgomery (guitar)
Matthew Ward (bass)
Craig McFetridge (drums)

Mehr Rock / Hard Rock Reviews