Thundermother - Black And Gold

Thundermother - Black And Gold

Mit "Black And Gold" stellen THUNDERMOTHER bereits ihr fünftes Studioalbum vor. Auch der Nachfolger des 2020 veröffentlichten "Heat Wave" macht in 43 kurzweiligen Minuten keinen Hehl daraus, welche Bands das schwedische Quartett beeinflusst haben. Spaß macht's trotzdem.

Die vier Ladies in klassischer Rockbesetzung (Vocals, Gitarre, Bass, Drums) lassen in zwölf Songs mit viel Drive, Herzblut und guter Laune Rock-Helden wie AC/DC, MOTÖRHEAD und MÖTLEY CRÜE hochleben. Der bluesige, oft schweißtreibende, selten zurückhaltende Party-Rock mit zahlreichen "Ohohoh"-Chören und Gangshouts passt zu gereckten Fäusten in Clubs und Hallen, auch wenn sich mit "Wasted", "All Looks No Hooks", "Stratosphere" und "Try With Love" einige unspektakuläre und eher durchwachsene Tracks auf "Black And Gold" geschlichen haben.

Spielfreude pur bei den Ladies von THUNDERMOTHER

Dafür gleichen die Rock-Ladies in den restlichen Songs mit Spielfreude, Engagement und massig Ohrwurm-Refrains streckenweise fehlende Originalität aus. Gleich der Opener "The Light In The Sky" ist mitreißender Stadionrock par excellence und geht rasend schnell ins Ohr. Gleiches gilt für das sleazy angehauchte "Raise Your Hands". Im fett groovenden Titeltrack schichtet Filippa Nässil gleich vier Gitarrenspuren aufeinander, besonders die Talk-Box sticht hervor. Gut gemacht, auf der Bühne vermutlich schwer umzusetzen.

Bei "Hot Mess" handelt es sich um eine schöne, eingängige Powerballade mit AEROSMITH-Feeling, die sich gefährlich nah an der Schunkel-Grenze befindet. Das gutgelaunte "I Don't Know" führt erst stark in Richtung AC/DC, bevor der tolle Refrain mit einem eigenständigen Twist überrascht. In "Loud And Free" klingen die Schwedinnen wie AIRBOURNE in weiblich, die Nummer packt gewaltig zu.

Richtig geil das an MOTÖRHEAD angelehnte "Watch Out" mit toller Gitarrenarbeit in den Strophen, coolen Gitarrensoli und mitreißendem Refrain. Das Beste heben sich THUNDERMOTHER dann für den Schluss auf: Das leicht melancholische "Borrowed Time" sorgt mit dichter Atmosphäre und fantastischem Chorus für eine fette Gänsehaut.

Schweißtreibender Rock, für die Bühne gemacht

"Black And Gold" ist zu drei Vierteln ein gutes bis sehr gutes, schweißtreibendes Rockalbum, das einfach gute Stimmung verbreitet. THUNDERMOTHER versprühen eine wahnsinnige Spielfreude und Leidenschaft – sei es die aus Bassistin Mona Lindgren und Schlagzeugerin Emlee Johansson bestehende Rhythmus-Abteilung, Sechssaiterin Filippa Nässil mit zackigen Riffs, Licks und Soli oder Rockröhre Guernica Mancini.

Auch, wenn nicht alles Gold ist, was hier glänzt: Wer bluesigen, zackigen Rock mit stadiontauglichen Melodien mag, sollte sich THUNDERMOTHER auf den Zettel schreiben.

"Black And Gold" Trackliste:

01. The Light In The Sky
02. Black And Gold
03. Raise Your Hands
04. Hot Mess
05. Wasted
06. Watch Out
07. I Don't Know You
08. All Looks No Hooks
09. Loud And Free
10. Try With Love
11. Stratosphere
12. Borrowed Time

THUNDERMOTHER Line-up:

Guernica Mancini - Vocals
Filippa Nässil - Guitar
Mona Lindgren - Bass
Emlee Johansson - Drums