Eschenbach - s/t



Stil (Spielzeit): Hard Rock/Deutschrock (47:05)
Label/Vertrieb (VÖ): 3R/Cargo (18.12.09)
Bewertung: 7,5/10

Link(s): http://www.myspace.com/eschenbachband
Die BÖHSEN ONKELZ waren und bleiben meiner Meinung nach die wichtigste und beste deutsche Rockband. Schön, dass Bandleader Stephan Weidner zuerst mit den NORDEND ANTISTARS und dann solo als DER W weiter gemacht und ansprechende sowie erfolgreiche Musik unter das Volk gebracht hat. Der ONKELZ-Kopf mischt außerdem als Produzent und Gastsänger bei ESCHENBACH mit, einer Band, die mit abwechslungsreichem Rock und größtenteils durchdachten Texten eines der besten deutschsprachigen Debütalben der letzten Zeit veröffentlicht hat.

Bereits 2005 hatten Phillip Eschenbach (Gitarre, Keyboard) Skandalnudel Ben Tewaag die Idee, zusammen Musik zu machen. Nach einigem Hin und Her und der Namensänderung von ULTIMA RATIO REGIS in ESCHENBACH, der Hinzunahme von Drummer Nils Berger und dem Austausch Tewaags durch Riitchy Schwarz (warum bloß...?) war die Band komplett, und das erste, selbstbetitelte Album wurde kürzlich veröffentlicht. Man kann ohne Wenn und Aber von Namedropping reden, wenn mit Berger der Weltrekordler im Dauertrommeln angepriesen, deutlich auf Tewaags Mitarbeit hingewiesen und der Name Kevin Russell fallen gelassen wird, der eigentlich auf "Halt aus" singen sollte, in der finalen Version aber nicht zu hören ist. Das stört mich aber nicht, solange gute Musik dabei heraus kommt, und das ist im Falle von ESCHENBACH meiner Meinung nach der Fall. Der Anteil Tewaags beschränkt sich auf zwei Einsätze, dabei gibt der Kerl auch eher langsame Sprechparts als wirklichen Gesang von sich. Der Refrain von "Russisch Roulette" gefällt dabei aber trotzdem, auch wenn gerade die Songs mit Tewaag-Beteiligung die Schwachpunkte dieser CD sind. Demgegenüber stehen die regulären, von Schwarz eingesungenen Songs wie der klasse Opener "Zwischen Schuld und Sühne", "Selbstmedikation", "Reise zur Sonne" oder "Schwarze Löcher". Für Abwechslung sorgen Weidner ("Halt aus" und "Mach's gut", die beide auch auf einer DER W-Scheibe stehen könnten), Nina C. Alice von SKEW SISKIN (das rotzige "Bist du Deutschland?") sowie die mir unbekannte Sängerin Yen, die mit ihrer warmen Stimme aus dem überraschend poppigen "Frag dich selbst" ein Albumhighlight macht.

Der Hard Rock der Band wird meist eher düster und melancholisch präsentiert, Weidner und Co-Producer Michael Mainx (ebenfalls bekannt von den ONKELZ) haben einen guten Job abgeliefert. Manche Songs gehen sofort ins Ohr, andere brauchen eine Weile, manche können nur halbwegs überzeugen, aber der Großteil von "Eschenbach" besteht aus hochwertigen Deutschrock-Kompositionen, die nicht nur von ONKELZ- oder Weidner-Fans gehört werden sollten.

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