State Of Rock - A Point Of Destiny

State_Of_Rock_-_A_Point_Of_Destiny

Stil (Spielzeit): Melodic Hard Rock (46:05)
Label/Vertrieb (V.Ö.): Metal Heaven / Soulfood Music (29.01.10)
Bewertung: 7,5/10

Link:
http://www.stateofrock.net
Da sich bei FRONTLINE zurzeit anscheinend nichts tut, hat Gitarrist Robby Böbel mal so eben im Vorbeigehen die Band STATE OF ROCK aus dem Ärmel gezaubert. Zusammen mit seinen beiden FRONTLINE Mitstreitern Hutch Bauer (Bass) und Rami Ali (Drums), sowie dem Sänger Tony Mills (SHY und TNT) frönt die Band dem Melodic Hard Rock, und hat für das Debüt „A Point Of Destiny" zehn Songs eingespielt.
Der Kontakt zu Ausnahmesänger Tony Mills entstand durch Labelboss Georg Siegl, der seine Beziehungen spielen ließ und die beiden Songwriter zusammen brachte. Es dauerte dann auch nur drei Demosongs um festzustellen, dass die Chemie absolut stimmte und die beiden Musiker auf einer Wellenlänge zu schwimmen scheinen.
Dieser Eindruck bestätigt sich beim Durchhören der CD, die eindeutig von Robbys eindrucksvollem Gitarrenspiel und von Tonys prägnanter Stimme lebt. Logisch, dass die Beiden beim Songwriting diese beiden Aspekte ganz klar in den Vordergrund stellten.

Der Opener „Black & Blue" kommt relativ traditionell daher, klingt aber trotzdem sehr zeitgemäß und besticht durch seinen Ohrwurm-Refrain. „Without My Love" ist im Midtempobereich angesiedelt und wummert mit sehr schleppendem Groove aus den Boxen. Die Hammond Orgel im Intro von „Heartless Dreamer" zeigt ebenfalls, von welchen Bands die beiden Hauptprotagonisten einst beeinflusst wurden. „Don't Make Me Cry" ist eine Ballade, die ohne Tony Mills wahrscheinlich durchfallen würde. Hier kann man eindrucksvoll erkennen, wie ein Sänger seiner Klasse einen Song durchaus noch retten kann, bevor er zu glatt und poliert klingt.
Glücklicherweise korrigieren A STATE OF ROCK diese eher zurückhaltende Begeisterung selber, indem sie einen Song wie „Hanging In The Balance" nachschieben. So und nicht anders sollte moderner Melodic Hard Rock klingen. Ebenso verhält es sich mit „Freedom" dem nächsten Track des Albums, der alle Attribute eines soliden Rocksongs enthält, angefangen vom fetten Groove, über die tolle Gitarrenarbeit inklusive des Solo, sowie der bärenstarke Gesang von Herrn Mills.

„Count Me Out" ist dann für mich der stärkste Song des Albums, an dem es absolut nichts zu bemängeln gibt. Irgendwie hört man hier von Durchlauf zu Durchlauf von FOREIGNER, WHITESNAKE über Y&T, BON JOVI bis zu FRONTLINE und SHY so viele Elemente heraus, das es wahre Freude ist. Ganz starker Song mit einem sehr eindruckvollen Solo von Robby.
Der Titeltrack „A Point Of Destiny" macht durch seinen stampfenden Grundrhythmus wieder ordentlich Dampf und hat einen Refrain, der bei den kommenden Konzerten bestimmt als Sing-Along mit den Fans genutzt wird.
Die härteste Nummer der Scheibe ist mit Sicherheit dann „Friction", die auch geschwindigkeitstechnisch ganz weit vorne liegt. „Somewhere" fällt dann im Vergleich zu den letzten vier Songs etwas ab, kommt aber trotzdem immer noch gut an und beschließt ein gutes Melodic Hard Rock Album.

Fazit: Auch wenn von „Count Me Out" mal abgesehen, das ganz nah dran kommt, ein richtig fetter Hit auf dem Album fehlt, machen STATE OF ROCK einen sehr soliden Job, bei dem sie das Rad zwar nicht neu erfinden, aber durch die beiden Ausnahmemusiker Mills und Böbel auf einem ziemlich hohen Niveau musizieren.
Im Vergleich zu vielen Genrekollegen sparen sich STAE OF ROCK ihre besten Songs für das Ende der CD auf, wodurch ich als Anspieltipp einfach die Empfehlung geben muss, am besten bis zum fünften Song vor zu skippen.