Priestess - Prior To The Fire



Stil (Spielzeit): Hard Rock (46:34)
Label/Vertrieb (VÖ): TeePee Records (05.02.10)
Bewertung: 7,5/10

Link: http://www.priestessband.com
Mit "Hello Master" konnten PRIESTESS 2006 einige Aufmerksamkeit für sich verbuchen, die sich in Auftritten mit Bands wie MOTÖRHEAD, MEGADETH und der BLACK LABEL SOCIETY sowie Beiträgen zu verschiedenen PC- und Konsolengames niederschlug. Nun folgt das zweite Album „Prior To The Fire", mit dem die Kanadier einmal mehr beweisen, dass ihnen eine solch qualitativ hochwertige Mixtur aus Hard Rock und Metal so schnell keiner nachmacht.

Bereits der Albumopener „Ladykiller" zeigt mit seinen Breaks und dem flotten Tempo, dass PRIESTESS es darauf angelegt haben, kräftig Arsch zu treten. Mit einem eingängigen Chorus versehen (allerdings eine Seltenheit auf diesem Album) zeigt die Nummer die Marschroute für den Rest der Silberscheibe auf: Schwere, teils deutlich zum Stoner Rock tendierende Riffs und Gitarren, Mikey Heppners raue, angenehme Vocals, verspielter Bass und variable Drums, die sich in einem gar nicht so leicht zu umschreibenden Gemisch vereinen. Hard Rock und Metal sind die größten Bestandteile des Bandsounds, doch PRIESTESS klingen auch kantig, progressiv und wie bereits erwähnt teils wie eine Stoner-Kapelle, also äußerst vielschichtig. Demgegenüber stehen Uptempo-Nummern wie das klasse „Sideways Attack", während „The Gem" mit einem genialen instrumentalen Abschluss in die Lauscher geht. PRIESTESS benutzen auch gerne mal harmonische und doppelläufige Gitarrenleads, mit denen die Kanadier allen klar machen, dass sie instrumental auf verdammt hohem Niveau sind. Meist gehen die Songs voll auf die Zwölf, nur manchmal, etwa zu Beginn von „Communicating Via-Eyes", kehrt mal ansatzweise Ruhe ein, die aber schnell wieder von treibenden Gitarrenriffs unterbrochen wird. Die erdige Produktion tut ihr Übriges, um „Prior To The Fire" zu einem Muss für Fans des ersten Albums und Neugierige zu machen.

Teils klingen die Songs ein wenig zu verschwurbelt und sind nicht ganz einfach nachzuvollziehen, wer es aber leicht psychedelisch und trotzdem geradeaus mag, dürfte mit „Prior To The Fire" aber schnell warm werden. Zur Oldschool-Attitüde, die bei PRIESTESS zu keiner Zeit auch nur ansatzweise altbacken erscheint, passt auch das herrliche Cover und der Bandschriftzug. Fettes Teil!