Ich erinnere mich noch, als YEAST MACHINE mit ihrem Debütalbum „Sleaze“ um die Ecke kamen und mit ihrem unverkennbaren Sound Lust auf mehr machten. 2021 von den Brüdern Fabian und Tobias Köninger zusammen mit Benni Frenzel gegründet, wurde YEAST MACHINE erst durch Jonas Bischof und Marcel Gundlach vollständig. Mittlerweile haben sie viele Shows und Festivalauftritte spielen dürfen, und jetzt ist das Quintett zurück – mit noch besserem Sound und feingeschliffenem Songwriting, das dem Vorgänger noch eine Schippe draufsetzt.
An der grundlegenden Richtung hat sich seit „Sleaze“ nicht viel verändert. Freund:innen des 90s-Grunge, Alternative- und Stoner-Rock werden sich bei „Bad Milk“ pudelwohl fühlen. Sänger Benjamins Gesang ist nach wie vor eines der prägnantesten Wiedererkennungsmerkmale, ebenso wie die gleichzeitig schweren, sperrigen, aber auch eingängigen Riffs – ein Widerspruch? Ich glaube nicht.
Die absoluten Highlights der Platte sind für mich der namensgebende Track „Bad Milk“, „Dust On The Radio“ und der Schlusstrack „The Golden Cage“, die die gesamte Bandbreite von YEAST MACHINE abdecken. Von antreibenden, rauchigen Tracks, die von abwechslungsreichen Tempowechseln leben, bis hin zu melancholischeren Tönen wird fast alles geboten, und die fünf Jungs zeigen, dass sie die Musik durchaus leben. Ausschütteln und Tanzen kommen hier nicht zu kurz. „Karthago“ überrascht mit heftigen Soundexplosionen, während „Wobbly Wizard“ sich ganz zäh anheftet und das Hirn so schnell nicht verlässt. „Feeding Poison To The Spiders“ hingegen ist ein Track, der ein paar Mal häufiger gehört werden muss und durch seine komplexeren Ideen begeistert – ebenso wie durch seine rotzige Attitüde.
„Bad Milk“ ist mal wieder ein gut durchdachtes Album voller Spaß, voller Energie und definitiv für den Konsum geeignet. Den hohen Erwartungen nach dem Debütalbum „Sleaze“ wird es mehr als gerecht. YEAST MACHINE machen Spaß, und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Platte, die hoffentlich genauso schnell folgen wird.
