Das Quartett, bestehend aus internationalen Musikern, gründete sich 2021 und veröffentlichte bereits 2023 eine erste EP. Seitdem hat sich einiges getan: Die Band konnte sich auf mehreren namhaften Bühnen präsentieren, unter anderem beim Desertfest und Void Fest. Musikalisch bewegen sich GO MAHHH im Fahrwasser des 70s Psychedelic Rock und setzen auf eine rohe, ehrliche Produktion mit einem warmen, familiären Retro-Sound.
Wie der Albumtitel bereits vermuten lässt, steht „Doppelgänger“ ganz im Zeichen von Kontrasten und Spiegelungen. Tatsächlich überrascht das Album immer wieder mit seiner stilistischen Vielfalt. Beim Hören fällt es teilweise schwer zu glauben, dass die unterschiedlichen Facetten tatsächlich von einer einzigen Band stammen.
Die Reise führt von verträumten, langsam anwachsenden Riffs bis hin zu tanzbaren Grooves. Auf der anderen Seite stehen tonnenschwere Stoner-Rock-Wände wie in „The Sun King“. Auf dem Papier ergibt das ein abwechslungsreiches und spannendes Album. Allerdings funktionieren nicht alle dieser Facetten gleichermaßen gut.
Die dynamischeren und antreibenderen Stücke wie „Happy Satan’s Reign“ oder „Mind Assault – The Road“ wirken deutlich stimmiger und geschlossener. Demgegenüber stehen Songs wie „The Sun King“, „High Mountain“ oder auch „Blood Transfusion“, die sich stellenweise etwas zäh entwickeln. Das liegt zum einen am allgemeinen Sound, der diesen Tracks weniger entgegenzukommen scheint, zum anderen verlieren sie sich gelegentlich in zu langen Passagen, ohne dabei genügend Spannung aufzubauen. Besonders hervorheben möchte ich jedoch „Anatoliosis“, das mit seinem ungewöhnlichen Tabla-Fuzz-Einsatz einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und exemplarisch zeigt, wie spannend GO MAHHH klingen können.
GO MAHHH bleiben für mich eine äußerst interessante Band, die ich weiterhin im Auge behalten werde. „Doppelgänger“ wirkt noch wie ein Album in der Findungsphase, bietet aber bereits zahlreiche spannende Ideen und starke Momente. An manchen Stellen fehlt noch der letzte Feinschliff – und gerade bei einem so vielseitigen Werk zeigt sich, dass nicht zwangsläufig „one sound fits all“ gilt.
Tracklist:
1. High Mountain 05:35
2. Happy Satan's Reign 05:39
3. Blood Transfusion 04:11
4. Anatoliosis 04:48
5. MSAZ-20 01:28
6. BBSBBQ 04:31
7. The Sun King 05:05
8. Mind Assault - The Road 07:06
