Vor allem im direkten Vergleich zum Vorgänger "Burden" überraschen REZN jedoch von Beginn an mit klaren Melodien und extremer Heavyness, die man durchaus als Groovy Sludge bezeichnen kann. Doch schnell zierpen die bekannten Synthie-Tricks mehrschichtig durch den Sound, die den neuen Songs bei aller (verhältnismäßigen) Klarheit jederzeit den Abgrund zur Seite stellen, in den man schwindelnd hinabschaut.
Ein großer Teil der REZN-Identität ist mit dem Gesang von Rob McWilliams immer noch gegeben. McWilliams' klare Melodien hallen durch die Songs und haben eine berauschende Sogwirkung. Die Kombination aus Heavyness und sphärischen Vocals passt hervorragend zusammen, stellvertretend sei der megastarke Song "Cloudfall" empfohlen.
Dass man das Saxophon entweder liebt oder hasst, daran werden wohl auch REZN nichts ändern. Ich mag's, weil sie das es sparsam und gekonnt einsetzen, sodass das Instrument songdienliche Akzente setzt. Weniger gut integriert scheint mir das neue Element der Lap-Steel-Gitarre. Das könnte aber auch daran liegen, dass der Song "Escher", in dem das Ding prominent zur Geltung kommt, etwas beliebig bleibt.
Das ist aber auch der einzige Dämpfer, den "Cycles In The Infinite Dream" bereithält. REZN ist es nicht nur gelungen, ein weiteres faszinierendes Album zu schreiben, sie haben sich auch gekonnt weiterentwickelt. Empfehlung!