Geschrieben von Sonntag, 27 Februar 2022 19:25

Ruined im Interview zu "Everything Is"

RUINED (Loris, Michi, Stefano, Gian v. l. n. r. ) RUINED (Loris, Michi, Stefano, Gian v. l. n. r. ) photo credit: Photophobie créations (photophobie.creations auf Instagram)

Vor dem Release ihres ersten Albums "everything is" konnten wir ein Interview mit drei Vierteln des schweizer Quartetts RUINED führen. Dabei sprachen Gian, Michi und Stefano über die Hardcoreszene in der Schweiz, musikalische Einflüsse, den Aufnahmeprozess zu ihrer Debüt-LP, Songwriting, Hardcore-Hochzeiten und vieles mehr.

Für die Leute, die es nicht wissen: Ihr kommt aus der Schweiz. Könnt ihr einen kleinen Einblick in die Szene dort bieten und erklären, inwieweit sie euch beeinflusst hat? Und gibt es darüber hinaus Bands, die euch besonders geprägt haben?

Gian (Lead Vocals, Gitarre): Über die Szene in der Schweiz zu sprechen, ist irgendwie schwierig, weil sie klein, gleichzeitig aber auch groß ist. Es gibt viele verschiedene Szenen, die doch ziemlich connected sind.

Michi (Bass): Das Schwierige kommt dadurch zu Stande, dass es sich oft nicht für eine Band lohnt, mehrere Shows in der Schweiz zu spielen. Ob man jetzt eine Show in Zürich oder Luzern spielt, spielt keine Rolle, weil letzten Endes dieselben Leute kommen. Da der öffentliche Verkehr sehr gut ist, gehen die Leute eigentlich immer auf Konzerte. Die Szene ist klein und fein und es sind gefühlt dieselben 20 Leute in denselben zehn Bands.

Stefano (Gitarre und Vocals): Außerdem ist die Szene aufgeteilt in Deutsch, Französisch und Italienisch.

Ich dachte mir auch, dass das der Sonderfall bei dieser Szene ist, weil man die verschiedenen Sprachen auf engem Raum findet.

Michi: Das ist auch so ziemlich der einzige Split. Wenn jemand tourt, macht es wahrscheinlich am meisten Sinn, einen Gig in der deutschsprachigen und einen in der französischsprachigen Schweiz zu spielen.

Gian: Im italienischen Bereich ist es sicher auch cool, aber da kennen wir die Szene nicht so gut und es ist schwerer, einen Einstieg zu finden, weil die etwas vom Rest der Schweiz abgekapselt ist.

Michi: Bands, die uns geprägt haben, gibt es in der Schweiz nicht ultra viele. Es gibt legendäre Bands wie CATARACT und SOLID GROUND, das sind Bands, die sehr wichtig sind. Ansonsten gibt es noch CAGE, das ist die Band von Stefano, DECONVOLUTION, PATH OF RESURGENCE, NOFNOG, FLUFFY MACHINE, ATHLETE, SAFE STATE und diverse andere Bands, die in der Schweiz aktiv sind.

Gian: Aber so direkt in unserem Genre kenne ich nicht so wirklich Bands hier in der Schweiz. Wir sind mehr inspiriert von amerikanischen Bands, wie eben TITLE FIGHT, TURNOVER oder britischen Bands wie BASEMENT.

Das hört man stark heraus, aber ihr habt auch euren eigenen Style.

Michi: Wir kommen alle aus dem Punk, Hardcore, Emo und so. Gian hat lange in einer Street-Punk-Band gespielt, ich hatte eine schweizerdeutsche Punkband und Stefano spielt auch schon ewig in Bands, genau wie Loris.

Uns ist das Ganze DIY-Zeug wichtig, auch von Punk und Hardcore geprägte Bands, die traurig sind. Für uns ist es manchmal auch noch schwierig, weil wir aus der DIY-Szene kommen und manche Dinge noch nicht genau wissen, zum Beispiel, wie man bestimmte Verträge schließt.

Gian: ... auch für Shows Rechnungen zu schreiben und die Gage in Rechnung zu stellen, zum Beispiel. Wir haben noch nie sowas machen müssen und sind halt eine Punk-Band. Daher ist das noch neu für uns.

Wie würdet ihr euren Stil beschreiben?

Gian: Grundsätzlich würde ich unseren Stil als Pop-Punk mit starken Emo- und Hardcore-Einflüssen beschreiben.

Michi: In der Essenz ist es Pop-Punk, wir haben Melodie.

Gian: Und es ist catchy, aber irgendwie passt es auch nicht so richtig rein in diese Szene, wir klingen zum Beispiel nicht wie NECK DEEP oder so.

Genau, ihr seid melodisch, aber die Emo-Vibes und die Energie von Hardcore kommen immer mal wieder zum Vorschein. Ich finde, ihr bringt diese drei Welten gut zusammen: Die Melodie von Pop-Punk, die Stimmung von Emo und die Energie von Hardcore, das kommt auf dem Album echt gut hervor.

Gian: Danke.

Michi: Und die Texte sind alle furchtbar traurig. (alle lachen) Wenn Leute uns live sehen, denken sie wahrscheinlich, wir sind energetisch, aber wenn sie dann nachhause kommen, merken sie, "Oh, das ist ja echt traurig".

everything is von Ruined / Cover

Mit "everything is" bringt ihr euer erstes Full-Length-Release heraus. Stellte euch das vor besondere Herausforderungen oder war es ein Aufnahmeprozess wie jeder andere?

Gian: Das war schon ziemlich anders.

Michi: ... Corona ...

Gian: Die ersten beiden Releases habe ich damals in meinem Zimmer aufgenommen. Damals gab es RUINED noch gar nicht. Die dritte EP nahmen wir als Band zusammen in Leeds auf und für das Album haben wir alles selbst gemacht, bis auf das Mastering. Das war schon ein krasser Prozess, 13 Songs aufzunehmen.

Michi: Eigentlich war der ursprüngliche Plan, wieder nach Leeds zu fahren, aber das ging halt nicht. Also entschlossen wir spontan, das selbst aufzunehmen. Loris' Familie hat ein Chalet an einem See, wo wir das Album aufnehmen konnten und das war schön, aber anstrengend.

Wir nahmen es in einer Woche auf, hätten das aber lieber auf zwei Wochen aufteilen sollen. Dabei haben wir immer bis elf Uhr abends aufgenommen, von der Außenwelt abgeschnitten, in Isolation.

Gian: Und morgens früh auch wieder angefangen. Das war schon sehr anstrengend, auch psychisch. Das alles selbst abzumischen, war auch eine Challenge und wir haben da sehr viel Zeit hinein investiert.

Michi: Gian hat bisher nur digitale Instrumente gemischt. Ich hab nur Powerviolence und Grind gemischt, die einfach kantig klingen müssen, also war das für uns beide ein Lernprozess.

Gian: Absolut. Der gesamte Prozess war ganz anders als bisher. Aber auch die Promotion war anders, weil wir versucht haben, da mehr zu machen als bisher.

Michi: ... aber nicht cringe! Wir haben den DIY-Anspruch an uns selbst, aber möchten auch, dass die Leute die Musik hören. Diesen Kompromiss zu finden und dabei real zu bleiben, ist uns besonders wichtig. Wir wollen WIR sein.

Gian: Als kleine Band wirst du schnell ausgenutzt, deswegen kann das schwer sein.

Stefano: Ich würde auch noch gerne was zum Aufnahmeprozess sagen. Der Ort passte auch zu dem, was wir da machten. Das Chalet war ein bisschen sketchy und hatte nur eineinhalb Zimmer, wo wir extrem viel Zeit verbrachten. Am Schluss hassten wir uns fast, aber es ging doch alles gut. Die gesamte Umgebung um den See herum war ziemlich cool.

Michi: Auch bezogen auf das erste Full-length-Release: "everything is" ist alles, was wir als RUINED bisher gemacht haben. Alle der Songs spielen wir live und manche davon wurden bereits vorher veröffentlicht. Daher "everything is ruined", das ist alles RUINED bis zu diesem Punkt und alles, was man auf dem Album hört, ist, was man von uns erwarten kann.  

Auf dem neuen Album wirkt euer Songwriting stärker denn je und ihr findet eine gute Balance aus Energie und Melodie, sowohl in schnelleren Punk-Tracks wie dem Opener "Left Of Me", als auch in Songs wie "Blame", worin ihr von einer Ballade zu einer Hardcore-Strophe wechselt. Wie sieht euer Songwriting-Prozess aus und wolltet ihr euch dahingehend auf dem ersten Album besonders pushen?

Michi: Das war das erste Mal, dass wir alle zusammen die Songs geschrieben haben. Früher war es nur Gian und 80 Prozent kommen immer noch von ihm, ich kann kaum ein Instrument spielen, not gonna lie ... (lacht)

Gian: Du musst halt nur Bass spielen. (lacht)

Michi: Wir haben viel darüber geredet und Songs dann zusammen geschrieben. "Apathy" entstand als Gian in einer Probe an einem Delay-Pedal rumspielte und dabei kam dann im Endeffekt der Song heraus. In einer Probe haben wir auch angefangen, an fünf, sechs Songs zu schreiben.

Gian: Gewisse Lieder gab es bereits vorher, zum Beispiel "Left Of Me". Das war schon fertig, bevor wir überhaupt an das Album gedacht hatten. "Worn Out" ist sogar der erste Song, den ich für RUINED geschrieben habe. Den haben wir dann nochmal an die Band angepasst, damit er auch wirklich nach RUINED klingt.

Ich glaube aber nicht, dass wir uns absichtlich gepusht haben, um kreativer zu sein oder so. Sondern wir haben einfach gespielt, was wir nice finden und was uns Spaß macht. Außerdem muss man auch immer im Kopf haben, dass man die Songs auch live spielen muss. Das muss live funktionieren ... Klar, nicht jeder der Songs, aber die Mehrheit der Lieder sollte man spielen können, allein wegen der Energie.

Michi: Ich bin ja absolut gegen Mid-Tempo-Songs, aber leider verliere ich da immer. Ich finde langsame und schnelle Songs gut, aber Mid-Tempo ist nicht so mein Ding.

Gian: Ich mag Mid-Tempo. Man könnte sagen, wir pushen uns gegenseitig.

Um das mit dem DIY-Gedanken und der Authentizität aufzugreifen, weil es gerade ganz gut passt: Ich habe auch das Gefühl, dass ihr bei manchen Songs, wie zum Beispiel "Vivisection", die Vocals noch etwas roher gestaltet habt als bei der älteren Version und gleichzeitig auch Melodien und gelayerte Vocals eingebracht habt. Vielleicht, um das etwas realer und authentischer zu gestalten?

Michi: "Vivisection" war auch einer der Songs, die wir jetzt mit echten Instrumenten neu aufgenommen hatten und dann klingt das auch roher.

Gian: Je nachdem, ob du produzieren kannst ... (alle lachen)

Manche der Songs fühlen sich an, als seien sie eigens für ein Live-Set geschrieben worden, zum Beispiel "Apathy", der gegen Ende förmlich zu Sing-Alongs auffordert. Gibt es Lieder, die ihr besonders gerne live spielen möchtet? 

Stefano: Einige der Songs spielen wir sogar schon live, manche seit einem Jahr.

Michi: Wir können uns ganz gut anpassen: Wenn wir mit einer Hardcore-Band spielen, spielen wir ein Set mit 20 Minuten an schnellen Songs. Wir passen uns eigentlich immer an den Abend an. Es kommt aber auch immer auf die Stimmung an.

Gian: Ich würde eigentlich alle Songs vom Album auch gerne mal live spielen. Vielleicht funktionieren nicht alle so gut bei einer Show, auch gerade wegen der Energie. Wenn du einen langsamen Song spielst und die Crowd es nicht so fühlt, kommst du dir teilweise auch blöd vor, weil du dann diesen vierminütigen Song zu Ende spielen musst.

Michi: Wenn du eine energetische Crowd hast, die Bock auf coolen Shit hat, und du spielst deine Vier-Minuten-Heule-Musik, dann kommt das schon nicht so gut rüber.

Gian: Ja, es kommt echt auf das Publikum an.

Michi: Man kann uns auch für Hochzeiten buchen. (Lachen)

Welches Erlebnis eurer bisherigen Bandgeschichte ist euch bisher besonders im Gedächtnis geblieben? Bei der Recherche auf Instagram sah ich, dass ihr wirklich schon mal bei einer Hochzeit gespielt habt ...

Gian: Das war mega cool. Ein sehr guter Freund, der Sänger von SAFE STATE, hatte da seine Hochzeit und wir spielten dort. Während der Zeremonie haben Stefano und ich auch akustisch spielen dürfen und es war mega gut.

Michi: Während die Braut einlief, konnten die beiden sie per Akustikgitarre begleiten. Während des Spielens kam dann aber Wind auf und hat die Notenblätter weggeblasen.

Gian: Aber es war trotzdem cool.

Michi: Es war eigentlich eine Hardcore-Hochzeit. Fast die ganze Schweizer Hardcore-Szene war da und noch ein paar Leute aus Amerika.

Gian: Die Ü-30-Szene. (lacht)

Michi: Wir haben auch noch ein Cro-Mags-Cover gespielt und Harley Flanagan hat es sogar gesehen und kommentiert.

Gian: Das war schon ziemlich cool. Woran ich mich auch gerne erinnere, ist der Aufnahmeprozess in Leeds. Wir sind ja nach England geflogen und waren ungefähr eine Woche da.

Michi: Wir hatten auch richtig Glück, weil das gerade ein Zeitraum war, zu dem man einreisen konnte, ohne in Quarantäne gehen zu müssen und das genau auf diese Woche fiel, in der wir einreisten. Wenn wir einen Tag später angekommen wären, hätten wir in Quarantäne gehen müssen.

Gian: Es war cooler Prozess, wo anders aufzunehmen, in einem richtigen Studio, aber vor allem an einem Ort, wo man noch nie war.

Michi: James ist auch eine Legende. Er hat meiner Meinung nach an den besten europäischen Hardcore-Releases mitgearbeitet, VIOLENT REACTION, THE FLEX, aber auch die Leeds-Szene mit HIGHER POWER.

Gian: Die gehen auch immer bei ihm tracken, glaube ich.

Michi: Ja, und er ist auch so ein netter Mensch, ein Engel. Das Recording im Chalet war auch cool. Es war aber auch streng und einmal ich bin ohnmächtig geworden ... (Lachen)

Gian: Stimmt, wir waren ja auch am See. Das war im April und das Wasser war noch ultra kalt. In der Nacht hatte es geschneit. Wir dachten aber trotzdem, wir könnten ja einfach mal in den See gehen und Stefano und ich gingen rein, dann kam Michi auch noch dazu und wurde ohnmächtig. (alle lachen)

Michi: Ich glaube, die Pandemie war auch noch eine spezielle Sache für die Band. Wir hätten die Chance gehabt, mit TURNOVER zu spielen und waren schon in der Planung, aber dann kam die Pandemie. Die haben wir dann aber genutzt, um Musik zu machen und immer, wenn es legal war, Shows zu spielen, zum Beispiel draußen in Skate Bowls und bei Hausparties.

Also haben wir doch relativ viel gespielt, trotz der Umstände und die Leute haben es, glaube ich, echt wertgeschätzt.

Gian: Ich fand auch das Feedback, das wir bisher bekommen haben, echt gut. Gerade bei "Worn Out" kam viel Positives zurück und die Rückmeldung auf Spotify war echt gut, allein, was sich da in einem Monat getan hat – und das, obwohl wir bisher nicht viele Chancen hatten, live zu spielen.

Michi: Das Feedback war echt gut und das weiß man beim Aufnehmen eben nicht. Beim Mixing hört man die Songs so oft, dass man die Distanz verliert und es schwer wird, das zu beurteilen, was man macht. Wenn dann aber später das Feedback gut ist, ist das schön, zu hören ... Und selbst wenn man geroastet wird, ist das auch lustig.

Gian: Hate gibt auch Klicks ... (lacht)

Es stehen auch noch ein paar weitere Shows an, zum Beispiel beim Concrete Jungle Festival in Bayern und auch noch eine in Österreich.

Michi: Bei der Show in Österreich spielen wir mit OAKHANDS, das sind Freunde von uns. Wir spielen über das Wochenende mit ihnen und das wird sehr cool.

Gian: Wir haben halt eine sehr lange Anfahrt.

Michi: Aber momentan gibt es halt nicht so viele Shows, dann macht man das mal.

Es ist wahrscheinlich cool, einen kleinen Trip zu machen, gerade wenn ihr euch gut mit der anderen Band versteht.

Michi: Ja, das gehört auch dazu. Wir aus der Schweiz müssen immer weit fahren, gerade, wenn wir außerhalb des Landes einen Gig spielen.

Gian: Genau. Wir haben auch eine Anfrage für einen Gig in Siegen bekommen, also oberhalb von Frankfurt und für eine Show fährt man dann sechs Stunden in eine Richtung.

Genau, durch halb Deutschland.

Gian: Gerade, wenn man dann keine zweite Show spielt, ist dann schon happig und lohnt sich schon fast nicht. Aber man bekommt Exposure und Shows zu spielen, ist eigentlich immer geil.

2022 05 07 Burghausen JUZ Concrete Jungle Fest Plakat

Welche Wünsche und Ziele habt ihr für die Zukunft? Wir haben bereits einige Shows angesprochen, aber gibt es Bands, mit denen ihr besonders gerne touren würdet oder für die ihr gerne öffnen würdet?

Gian (sofort): TITLE FIGHT. Das wäre ganz krass.

Michi: TITLE FIGHT natürlich. Die haben auch noch eine Show offen mit ONE STEP CLOSER im November oder so und das wäre natürlich krass. Was ich noch cool fände, wäre nach Möglichkeit in England zu touren für eine oder zwei Wochen, weil die Szene dort schon nochmal anders ist. UND Indonesien. Wir sind zufälligerweise bei einem indonesischen Label und der Inhaber macht fürs Release auch Merch und Tapes und verteilt die dann in Indonesien.

Gian: Ich glaube, allgemein ist das Ziel für die Zukunft, möglichst viele Shows zu spielen und möglichst viel herumzukommen, Leute kennenlernen, Weltherrschaft ... (Michi pflichtet bei)

Dominanz!

Gian: Ja genau, alle Leute müssen Emo werden! (alle lachen)

Michi: Stop being happy! Aber ich freue mich schon darauf, noch mehr neue Musik zu machen. Wir würden auch gerne mehr Gear ausprobieren, noch mehr Pedals, Shoegaze und Gian hat noch ein unveröffentlichtes Post-Punk-Projekt.

Stefano: Ich würde gerne mal eine Show spielen, die vollgepackt ist, wo Leute für uns da sind und unsere Songs mitsingen mit Stagedives und so. Das ist mein persönliches Ziel.

Gian: Das wäre schon ein Highlight, wobei es auch jetzt schon mega berührt, wenn ein paar Leute mitsingen.

Das kann ich mir vorstellen, wenn man etwas geschaffen hat, das Menschen berührt, ist das bestimmt cool.

Gian: Und wenn man sich vorstellt, dass das ein ganzer Raum an Menschen wäre, dann wäre das schon extrem cool. Das wäre eine krasse Show.

Michi: Ich finde das auch schwer abzuschätzen. Die Sache ist, wenn man in einer Hardcore-Band spielt und sich die Leute gegenseitig auf den Sack geben, weißt du, dass es ihnen gefällt. Aber wenn man außerhalb des Genres spielt, ist es schon schwerer, die Reaktion des Publikums abzuschätzen. Bisher war sie aber immer gut.

Wir möchten uns auch nochmal bei dir bedanken. Cool, dass du das mit uns machst.

Euch auch vielen Dank für das Interview.

Michi: Können wir noch ein Shout Out raussenden? Für Carlos von Inhumano. Der hat uns massiv geholfen, alle Vinyls für uns released und uns immer supportet.

Gian: Auch ein Shout Out an die Westschweiz, die Südnormandie, die ist echt krass supportive und da haben wir bisher echt die geilsten Shows gespielt, obwohl Michi und ich keinen Bezug zur Westschweiz haben.

Cool, dass ihr trotzdem so eine Solidarität in der Szene habt.

Michi: Früher, noch vor sieben, acht Jahren war das ganz anders, aber ich glaube, auch dank Loris (Drummer von RUINED) hat sich das verändert. Er organisiert viele free Shows in Fribourg im Café XX und bringt dadurch viele junge Leute in die Szene. Der hat zum Beispiel WORLD OF PAIN dorthin gebracht und organisiert ganz viele Shows, alle for free.

Kann man Leute aus der eigenen Band loben? Aber ich glaube, da muss man Loris schon echt loben, für das, was er macht. Riesen Respekt!

Allgemein ist uns der DIY-Gedanke wichtig. Zur Szene gehören aber nicht nur Bands, sondern auch DIY-Zines, Fotograf:innen und Reviewer:innen, Fans und – am allerwichtigsten – die Veranstalter:innen, daher auch vielen Dank für die Zeit und das Interview!


Anmerkungen des Redakteurs und weitere Infos zur Band:

Everything is RUINED

Riesen Respekt und vielen Dank auch an die Band!

RUINED machen einen extrem sympathischen Eindruck und spielen ebenso coole Musik. Mit "everything is" bieten sie ein sehr starkes Debüt – siehe Review –, das insbesondere für Fans von Pop-Punk, Emo und Hardcore ein Muss ist. Darauf schaffen sie eine authentische Mischung all dieser Genres, die gleichermaßen roh und energetisch, aber auch eingängig daherkommt. Neben dem Album könnt ihr euch in Zukunft auch auf die eine oder andere Show freuen.

Kommende Shows:

Am 6. Mai werden die Punks in Deutschland beim "Concrete Jungle" Festival zu sehen sein, unter anderem an der Seite von SLOPE und GHETTO JUSTICE. Tickets findet ihr bei biletto

Das neue Album "everything is"

"everything is" erscheint am 4. März über Inhumano. Vinyls kommen wegen Lieferengpässen nicht zum Release, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt. Davor wird es jedoch über Stand Together Records, das Tape Label von Michi, Gian und Loris, Tapes geben.

Musik und weitere Updates findet ihr auf den Socials der Band:

RUINED auf Spotify

RUINED auf Instagram

RUINED auf Facebook

RUINED sind: 

Gian – Lead Vocals, Gitarre
Stefano – Gitarre, Vocals
Michi – Bass
Loris - Drums