Geschrieben von Mittwoch, 08 November 2006 02:46

Ray Wilson & Stiltskin - Interview mit Sänger und Gitarrist Ray Wilson

Review

BurnYourEars trifft RAY WILSON anlässlich der Veröffentlichung seines Albums „SHE“ unter dem Projektnamen RAY WILSON & STILTSKIN und der dazugehörigen Tour in Münster: Im „Hot Jazz Club“ herrscht eine gespannte Atmosphäre. Anders als die meisten Gigs während dieser Tour wird dieser mit einem Akustik-Set bestritten. Angesichts der Location sicherlich eine kluge Entscheidung. 

Ich werde von Ray in den Backstage-Bereich gebeten, wo wir in einem kleinen Abstellraum auf dort deponierten Stühlen Platz nehmen. Genau zwischen dem Raum, in dem das Konzert stattfinden soll, und jenem, in dem die Band gerade eine Mahlzeit zu sich nimmt. Ich bin zwar etwas spät dran, aber Ray macht einen sehr entspannten Eindruck. Das Diktiergerät läuft, und schon kann es losgehen...

Ihr habt jetzt schon eine Reihe Konzerte Eurer “RAY WILSON & STILTSKIN Tour” hinter euch. Wie läuft es so weit? Ich habe einige Reviews zu den vergangenen Gigs gelesen, und mir ist aufgefallen, dass Ihr neues Material von der aktuellen STILTSKIN-CD „SHE“ mit Songs aus deinem Solo-Repertoire mixt. Warum spielt Ihr kein reines STILTSKIN-Set?

Da wir normalerweise 2 Stunden und 15 Minuten spielen, hieße das, dass wir beide Alben spielen könnten, und wir hätten immer noch eine Menge Zeit. Zu meinen Shows kommen ja für gewöhnlich Fans, die mich über die letzten Jahre hinweg verfolgt haben. Die Art und Weise, wie wir eine Show normalerweise aufziehen, heute Abend ist da eher die Ausnahme, ist folgendermaßen: Wir starten mit einigen härteren Songs, haben in der Mitte dann ein Akustik-Set, wo ich dann vorwiegend Solo-Material spiele. Wenn es dann aufs Ende zugeht, werden wir wieder etwas  mehr „Rock & Roll“. So funktioniert die Show. 
Normalerweise spielen Bands etwa eineinhalb Stunden, aber meine Fans haben sich daran gewöhnt, dass wir etwa zwei, manchmal drei Stunden spielen. Das heißt, ich muss eine Menge Material zur Verfügung haben. Die Leute wären sonst angepisst.

Also läuft die Tour gut?


Ja, ich denke schon! Ich weiß nicht… du hast die Reviews gelesen, du weißt es wahrscheinlich besser als ich. Heute Nacht geht es direkt weiter nach München, das kann schon sehr ermüdend sein. Wir sind ständig auf Achse. Ich hatte immer schon dieses gemischte Publikum. GENESIS-Fans, Leute die mich über mein Solomaterial kennen gelernt haben, und solche, die „SHE“ gehört haben. Das ist schon ein seltsamer Mix.

Die Reviews geben ja immer nur wieder, was das Publikum oder die Presse denkt. Ich dachte, es wäre auch mal ganz interessant, das aus deiner Sicht zu erfahren…


Ja, also meine Sicht… ich meine, die Tour hat meine Augen ein wenig geöffnet. Ich war etwas besorgt, ob die Leute die ganze Zeit zufrieden sind, da sie ja oft aus verschiedenen Gründen meine Konzerte besuchen. Ich bin ziemlich sicher, dass einige darunter sind, die nicht die ganze Zeit zufrieden sind. Sie mögen nur die eine oder die andere Seite der Musik. So ist das, wenn man so ein breites Publikum anspricht. 
Für mich wäre es unbefriedigend, nur eineinhalb Stunden zu spielen. Da steckt so viel Zeit, Aufwand und Vorbereitung hinter, Geld und all das. Ich will spielen. Ich will nicht auf meinem Arsch sitzen. Das funktioniert für mich nicht.

Die nächste Frage ist hoffentlich nicht zu unbequem, da sie Irvin Duguid, deinen ehemaligen Keyboarder betrifft. Ich habe nur gelesen, dass er die Band verlassen hat, über die Gründe konnte ich allerdings nichts in Erfahrung bringen. Er ist heute Nacht nicht hier, es gibt keinen Ersatz… Was ist geschehen?


Ich denke, Irvin hatte einfach keine Lust mehr. Er war müde vom Touren. Wir haben dieses Jahr etwa hundert Shows zusammen gespielt, und ich habe immer schon gefühlt, dass sein Herz nicht ganz dabei war. 
Als wir in Edinburgh auf dem International Festival gespielt haben, war das traditionsgemäß eine Akustik-Show. Ich habe da gemerkt, dass Irvin nicht mehr glücklich damit war. Ich habe ihn damit konfrontiert, und ich hatte recht. Ich möchte niemanden in meiner Band haben, der nicht 100% dabei ist. Er verschwendet meine Zeit. Und auch seine eigene. Es ist einerseits eine Schande, da er ein sehr guter Keyboarder ist. Wenn wir GENESIS-Songs gespielt haben, war es immer sehr gut, ihn dabei zu haben. Die Sachen, die wir jetzt spielen, und sogar mein Solo-Material brauchen das nicht unbedingt. Ich habe keinen großen Keyboard-Hintergrund in meiner Musik. Ich muss Irvin nicht ersetzen, ich bin glücklich mit den Gitarren.

Also bleibt es für dieses Set bei der aktuellen Besetzung?


Nicht nur für dieses Set, für jedes Set. GENESIS touren nächstes Jahr. Du weißt, ich bin nicht mehr der GENESIS-Sänger, Phil ist wieder eingestiegen. Ich sehe keinen Grund, noch weiterhin GENESIS-Material zu spielen. Da wir heute Abend eine Akustik-Show machen, werde ich ein, zwei GENESIS-Songs spielen. Die Show wurde vor einem Jahr gebucht, und zwar als Akustik-Set. Viele der STILTSKIN-Songs funktionieren so nicht. Also werde ich Sachen spielen, die ich mag, die ich aufgenommen oder die ich geschrieben habe. Von allem etwas.

Was können wir also von den umarrangierten Versionen von Songs erwarten, die sehr stark auf Keyboards aufbauten? Wie „Adolescent Breakdown“ zum Beispiel. Spielt Ihr es heute Abend?


"Adolescent Breakdown" war im Original ein Song meiner früheren Band CUT. Ich habe zwei Versionen davon gemacht, und die ursprüngliche davon war sehr gitarrenlastig. Die Version auf „The Next Best Thing“ hatte dann das Piano. Ich lehne den Song mehr an die ursprüngliche Version an. Und ich habe ein paar Samples hier und da, für die Atmosphäre. Ich kombiniere ein paar Dinge. Das ist so eine Übergangs-Phase für mich.

Ich habe „SHE“ noch gekauft, als der Name auf dem Album noch einfach „STILTSKIN“ war. Jetzt steht das Album unter dem Projektnamen „RAY WILSON & STILTSKIN“ in den Läden. Wessen Idee war das?


Es war meine Idee. Der Grund ist, dass ich in den letzten Jahren als RAY WILSON unterwegs war, und der Vertrieb reagierte zustimmender auf den Namen RAY WILSON als auf STILTSKIN. 
Wenn man CDs verkaufen will, muss man sie in die Läden bekommen. Wenn man Leute nicht überzeugen kann, sie ins Programm aufzunehmen, wird man sie nicht los. 
So scheiße das auch ist, das ist die Realität. Also ist es ein hinnehmbarer Kompromiss, wie ich finde, beide Namen auf das Album zu nehmen. Es war nicht mein Ego (lacht).

Ich dachte nur, vielleicht sind da auch ein paar Leute, die so eine Art Reunion erwartet haben, und die jetzt anmäkeln, dass das ja keine richtige Band sondern mehr ein Projekt ist, das nicht mehr viel mit den originalen STILTSKIN aus den 90ern zu tun hat.


Die Realität hinter dem, was Stiltskin in den 90ern verkörperte, waren Peter Lawlor und ich. Wir hatten zwei Drummer und zwei Bassisten. Stiltskin war mehr ein Projekt als eine Band. Dieses Album ist auch ein Projekt, mehr eine Erweiterung meiner Solokarriere. Ich habe den Namen benutzt, weil dieses Material härter ist. Ich dachte mir, es ist wichtig für die Leute zu wissen, welche Art Musik sie kaufen. Ich dachte mir, es macht Sinn, den Namen zu verwenden. Ich hätte auch einen anderen benutzen können…

Etwas, was du schon mal benutzt hast, und das gut funktioniert hat…


Ja, ich hätte auch GENESIS benutzen können, gute Marketingchancen (lacht)…

Den Namen für ein Album ausborgen und danach zurückgeben…


Ich bin sicher, sie wären sehr glücklich darüber gewesen.

Ich habe gerade den Faden verloren…


Passiert mir jede Nacht…

Ok…


Ich wollte ein Rockalbum machen. Ich dachte mir einfach, es wäre nicht richtig gewesen, nur den Namen RAY WILSON für dieses Material zu verwenden. Also kombinierten wir den STILTSKIN-Namen, an den sich die Leute erinnern, mit meinem, um zu signalisieren, dass das hier ein Rockalbum ist.

Vielen Dank für die Überleitung, jetzt habe ich auch die Frage wiedergefunden, nach der ich gesucht hatte. 
Habt ihr während des Entstehungsprozesses versucht, den alten STILTSKIN-Stil nachzuahmen, oder war es eher andersherum, und das Material war vorhanden und ihr habt es dann STLTSKIN genannt, weil es einfach härteres Zeug war?


Nun, ich hatte mit Peter Lawlor (Gründungsmitglied und Bandleader der alten STILTSKIN) gesprochen, ob er Interesse hätte, dabei zu sein, aber er wollte nicht. Also besorgte ich mir neue Gitarristen. Mein Solomaterial ist ja im Wesentlichen aus meiner Feder. Die STILTSKIN-Sachen sind im Wesentlichen von Uwe Metzler und Scott Spence. Ich habe jeweils den Text und die Melodie geschrieben.
Das Album hat einen anderen Sound. Die Riffs und die Gitarrenarbeit, das bin nicht ich.

Es gab auch keine Pläne, irgendwie den Stil der alten STILTSKIN nachzuahmen?


Nein. Effektiv war STILTSKIN in den 90ern eine Grungeband, mit keltischen Einflüssen. Das ist, was wir waren. Es hätte nicht viel Sinn gemacht, jetzt ein Grungealbum aufzunehmen, den Sound nachzuahmen. Die Zeit ist vorbei.

Das denke ich auch. Aber vielleicht die Riffs, so in der Art, wie sie auf „The Mind’s Eye“ zu finden sind. „Inside“ hatte ein sehr markantes Riff, an das sich sicherlich viele erinnern, wenn sie den Namen STILTSKIN hören…


…an das sich ALLE erinnern. Meine Stimme und dieser Song, das ist im Wesentlichen, an was sich die Leute erinnern. „SHE“ ist auch ein sehr riffbasiertes Rockalbum, das aber mehr auf die 70er als auf die 90er zurückgreift. Rockmusik, die in dieser Zeit geschrieben wurde, denn das ist die Musik, die ich liebe.

Warum heißt das Album „SHE“? Ich erinnere mich, dass es vorher „Lemon Yellow Sun“ heißen sollte, und dann habt ihr euch entschieden, den Titel zu ändern. Habt ihr den Titel gewählt, weil es einen Song darauf gibt, der ebenfalls so heißt, oder hatte das andere Gründe?


Nun, das Albumcover wurde von Scott Spence, einem der Gitarristen, und meiner Frau entworfen. Es besteht aus dem gespiegelten STILTSKIN-Schriftzug, was als Cover sehr cool aussieht, aber „Lemon Yellow Sun“ passte nicht zu diesem Bild. Und „SHE“ ist ein Song über eine Stalkerin, mit der ich tatsächlich konfrontiert war, ein verrücktes Mädchen aus Norddeutschland, das fünf Jahre lang, jedes Jahr zu meinem Haus kam. Und ich schrieb diesen Song, und es war alles ein wenig wahnsinnig. Ein wenig verrückt. „Lemon Yellow Sun“ ist eher ein Radiosong, „SHE“ dagegen abenteuerlicher. Düsterer. Der Song passte besser zum Cover, somit auch der Titel.

Man könnte sagen, „SHE“ ist eine Art Antwort auf „Every Breath You Take“…


Ich denke schon, ja.

Sind auf dem Album auch Songs vertreten, die eigentlich auf ein Soloalbum sollten?


Nein, wirklich, der einzige Song, den ich wirklich selbst geschrieben habe, ist „Show Me The Way“. Der einzige Song, zu dem ich die Musik schrieb. Es gibt noch einen anderen Song namens „Keep On Believing“, der allerdings nicht auf das Album kam. Bei „Show MeThe Way“ ergab es einfach Sinn, ihn mit auf das Album zu nehmen. 

Zu einem ganz anderen Thema: Ich bin gewissermaßen ein Progrock-Fan, viele deiner Fans sind auch Progrock-Fans…

Aha…(seufzt)

…würdest du gern mal so etwas machen, oder ist das eher nicht dein Fall?


Progrock, wie er heute ist, ist nicht mein Fall. Ich mag das nicht so sehr. 
Ich mag Progressive Rock der 70er - und auch nur einiges davon. PINK FLOYD sehe ich zum Beispiel als progressive Rockband. Ich mag (Peter) Gabriel, den Wahnsinn, den er erzeugt. Ich mag GENESIS, aber wiederum auch hier nicht alles. „A Trick Of The Tail“ ist mein Lieblingsalbum. Ich mag RADIOHEAD. Sie machen progressive Musik auf eine viel coolere Art. Die meisten Progrock-Bands heute kopieren einfach nur den 70er-Jahre-Prog. 

Ich habe aber an sich nie viel Progrock gehört. Als ich aufwuchs, war mein Lieblingskünstler David Bowie. Ich mag Musik, die ein wenig ungewöhnlich, aber nicht zwangsläufig progressiv ist. Ich wurde von meinem Bruder in diese Stilrichtung eingeführt. Er hatte jedes Album von RUSH. Ich hasste diese Band. Ich hasste Geddy Lees Stimme. Irgendwann fing ich an, diese Band wirklich zu lieben, weil sie die ganze Zeit lief. Bei PINK FLOYD war es genau so.

Trotzdem war ich nie ein großer Progressive Rock Fan. Ich weiß nicht viel darüber. Ich höre es nicht. Ich würde es nie kaufen. Ich mag Rockmusik. Ich mag Singer/Songwriter.

Also gibt es keinen wirklichen Grund, so etwas zu machen.


Ich fühle es nicht. Ich denke, wenn man so was schreiben will, muss man ein Gefühl dafür haben. Der Song „The Actor“ auf meinem letzten Album ist so nah an Progressive Rock, wie es mir möglich ist. Das ist nicht, was in meiner Seele stattfindet. Ich mag Musik, die melancholisch oder ein wenig aggressiv ist. Bei heutigen Progressive Rock Bands erscheint es mir so, als versuchten sie es etwas zu angestrengt, progressiv zu klingen. Bei den großen Vertretern des Genres bekam man diesen Eindruck eben nicht. Das ist nur mein persönlicher Geschmack. Und daran hat sich nie viel geändert.

Und was hältst du von Bands wie FROST oder KINO, die von Managern zusammengestellt wurden, um Progressive Rock zu machen? Für mich wirkt das etwas bemüht, einen Stil festzulegen und sich dann die vermeintlich besten Musiker für diesen Stil herauszupicken.


Ich weiß nicht. Ich kenne diese Bands nicht. Man hatte mich damals, als ich bei Inside Out den Vertrag unterschrieben hatte, gefragt, ob ich bei so einer Band mitmachen wollte. Sie brachten dann das Album ohne mich heraus. Ich weiß nicht mehr, wie die Band hieß. Da war der Drummer von MARILLION, der Gitarrist von ARENA, John Mitchell…

Du meinst wohl KINO. Pete Trewavas, der Bassist von MARILLION.
John Beck von IT BITES…

Genau!

Und du wurdest tatsächlich gefragt, der Band beizutreten?


Ja, am Anfang. Ich denke, John ist ein guter Gitarrist, und ich bin sicher, die ganze Band bestand aus guten Musikern. Aber ich wusste nicht, was ich der Band hätte geben können, nichts was von Herzen gekommen wäre. Ich wäre der Sänger gewesen, weil ich der Sänger von GENESIS war, und nicht weil es das gewesen wäre, was ich wirklich tun wollte. Sie brachten das Album heraus, so weit ich weiß lief es auch wirklich gut. Und wie ich schon sagte, die Jungs sind wirklich sehr talentiert. Aber das ist nichts für mich.

Das hätte ich zwar gern gehört, aber ich denke, wenn es einem nichts gibt, ist das wohl die richtigere Entscheidung.


Es ist die Kombination aus „Es gibt mir nichts“ und „Ich weiß nicht, was ich damit machen soll“. Ich wüsste nicht, wo ich anfangen sollte. Kreativ gesehen hätte ich wohl ganz andere Ideen als der Rest der Band. Für mich ergibt das nicht viel Sinn. Ich wäre auch nicht sehr angetan von der Idee in einer Band zu sein, die nur aus vermeintlich großen Namen besteht.

In der Presseinfo tauchen diverse Namen auf, die Ihr als Einflüsse angebt. Da lese ich DAFT PUNK, AUDIOSLAVE, aber auch BOWIE. Wo kamen diese Einflüsse her? Kamen sie von allen beteiligten Musikern, oder nur von den Songwritern die daran beteiligt waren, also von dir, Scott Spence, Uwe Metzler und Peter Hoff, der ja mit TURNTABLEROCKER schon etwas ähnliches wie etwa DAFT PUNK produziert hat?


Zu Bowie hatte ich mich ja schon geäußert. AUDIOSLAVE – Großartige Band! Treibende Gitarrenriffs, starker Sänger. Und ich glaube, wir haben treibende Gitarrenriffs und einen starken Sänger. Nicht so gut wie CHRIS CORNELL, würde ich zwar sagen… anders. Aber ich denke, davon haben wir Elemente drin.

Die DAFT-PUNK-Einflüsse kamen also nicht von Peter Hoff?


Nein, das kam durch den Song „SHE“. Der kam von Scott Spence.

Dieser treibende Rhythmus…


Ja. Die ganze Atmosphäre, das Feeling.

Auch „Better Luck Next Time”.
Der Refrain.

Ja. Das ist ein Song von Uwe, zu dem ich die Lyrics schrieb. Ich konnte das einfach hören und habe es benutzt, um die Musik zu beschreiben. Man kann heraushören, woher man die Ideen hatte und was man gehört hat zu der Zeit.

Manchmal kommen auch Leute auf einen zu und sagen einem, woran es sie erinnert, woran man im Leben nicht selbst gedacht hätte…


Ja, das kommt auch vor.

Ich bin selbst Sänger in einer Akustik-Band, und Leute kamen auf mich zu und meinten, ich klänge etwas wie EDDIE VEDDER von PEARL JAM. Das hatte ich nie bemerkt.


Oh! Du könntest heute Abend auch singen (lacht)! 
Es ist interessant, was Leute sagen. Was man so erfährt durch die Kommentare der Leute, und man denkt selbst nie darüber nach. Aber gesagt zu bekommen, wie EDDIE VEDDER zu klingen, ist wunderbar. Sehr guter Sänger.

Ich fand auch, dass das ein tolles Kompliment war. Aber zurück zu dir:
Ein häufig wiederkehrendes Element deiner Liveshows sind die Geschichten, die du hin und wieder erzählst. Anekdoten aus deinen verschiedenen Karriereabschnitten. Gibt es noch Geschichten, die du noch nicht erzählt hast?

Ja, vielleicht…

Schreibst du sie vorher auf… ?


Nein. Manchmal bewahre ich Dinge, und dann denke ich „Jesus! Das weiß ich noch!“. 
Einer meiner Einflüsse, als ich jung war, war Bruce Springsteen. Ich hörte diese amerikanische Musik durch meinen Vater. Er hörte Springsteen, Jackson, Brown, Dylan. Und ich liebte immer die Art, wie Bruce Springsteen Geschichten erzählte, um Songs einzuleiten. Ich fand das immer faszinierend. 

Und als ich meine Solokarriere startete, orientierte ich mich an Ray Davies von THE KINKS, der seine Stoyteller-Tour gemacht hatte. Und ich hatte diese Akustik-Show auf dem Edinburgh International Festival. Ich dachte mir, tolle Idee, erzählst du ein paar Stories über Dinge in die du involviert warst, und überbrückst damit ein wenig Zeit.

Ich habe das Album, "Live and Acoustic".


Das war das erste mal, dass ich es so gemacht hatte..

Die Reaktionen des Publikums sind wirklich sehr euphorisch.


Ja, ich denke, die Leute mögen das. Wenn ich toure, gehört das zu meinem Programm. Man hat diese Mischung aus Geschichten und dann wieder der Musik, das bringt Abwechslung ins Programm.

Kommen wir zur letzten Frage. Was können wir von deinem nächsten Projekt erwarten. Schreibst du schon wieder Songs?


Ich weiß noch nicht. Vielleicht wird es wieder etwas akustischer.

Wirst du vielleicht wieder mit Scott Spence und Uwe Metzler schreiben?


Ja, warum nicht? Ich arbeite immer mit allen, die gute Musik schreiben. Es ist immer gut, mit einem Team von Leuten zusammenzuarbeiten, die den kreativen Prozess antreiben.

Ich freue mich drauf. Ich werde sicherlich davon erfahren, wenn es so weit ist.


Ja, du erfährst es dann bestimmt (lacht).