COLOUR HAZE: Die Architekten des Progressive Stoner Rock
Den Abend eröffneten COLOUR HAZE, die Urgesteine des deutschen Psychedelic Rock. Die Band rund um Mastermind Stefan Koglek lieferte ein gut 70-minütiges Set ab, das wie gewohnt durch extreme Dynamik bestach. Von fast zerbrechlichen, jazzig-cleanen Passagen bis hin zu den gewaltigen, warmen Fuzz-Wänden, für die die Band seit Jahrzehnten steht, war alles vertreten.
Besonders spannend für die Kenner im Saal: Neben bewährten Klassikern streute das Trio auch neues, teils noch unveröffentlichtes Material ein, das einen vielversprechenden Ausblick auf kommende Veröffentlichungen gab.
MY SLEEPING KARMA: Ekstase und spirituelle Wucht
Nach einer kurzen Umbaupause übernahmen MY SLEEPING KARMA das Zepter. Wer dachte, nach COLOUR HAZE sei das Energielevel bereits am Limit, wurde eines Besseren belehrt. Ihr instrumentaler Psycho/Stoner Rock mit den charakteristischen, fast hypnotischen Melodielinien brachte das Publikum in einen Zustand der kollektiven Ekstase.
MY SLEEPING KARMA spielten ein sattes 90-Minuten-Programm, das eine perfekte Brücke zwischen alten Hymnen und frischeren Kompositionen schlug. Die Liebe, die der Band vom Berliner Publikum entgegengebracht wurde, war fast physisch greifbar. Die Bandmitglieder zeigten sich sichtlich gerührt und beflügelt von dieser Energie. Dass sich am Ende ihres Sets – untypisch für das oft eher andächtig genießende Genre – sogar einzelne Moshpits im vorderen Teil des Festsaals bildeten, zeugte von der enormen Wucht, die MY SLEEPING KARMA live entfesseln können.
Fazit: Ein stimmiger, runder Abend, der bewies, dass instrumentale Musik keine Worte braucht, um tiefe Emotionen und pure Energie zu vermitteln. Ein absolutes Highlight im Konzertjahr 2026.
