The Mars Volta - The Bedlam In Goliath




Stil (Spielzeit): Progcore (76:16)
Label/Vertrieb (VÖ): Universal (25.01.08)
Bewertung: 8/10
Link: http://www.themarsvolta.com
Eins ist sicher: Die verworrene Story, die hinter “The Bedlam In Goliath” und der Entstehung des Albums steckt, ist die interessanteste und zugleich auch verworrenste, die man bezüglich einer Musikproduktion in letzter Zeit lesen und hören konnte.
Wer THE MARS VOLTA mit diesem Album entdeckt (so wie ich), sollte eine gehörige Portion Geduld und Zeit mitbringen. Anders kann sich die Musik der AT THE DRIVE-IN-Nachfolger nämlich überhaupt nicht entfalten.

Wie THE MARS VOLTA nun genau klingen, vermag ich nicht zu beschreiben – diese Band muss man einfach gehört haben, um die Musik zu verstehen. Und man versteht beileibe nicht alles, denn zum Teil sind die Songs auf „The Bedlam In Goliath“ so verworren und verschroben, dass man kurz davor ist, dem instrumentalen Wahnsinn Einhalt zu gebieten – was aber nie nötig ist, da THE MARS VOLTA im allerletzten Moment noch die Kurve kriegen. Künstlerisch anspruchsvolle, teils zerfahrene, über weite Strecken melodische und letztendlich nachvollziehbare, aber auch dissonante, unglaublich komplexe und immer virtuos gespielte Songs erwarten den Hörer auf dem Nachfolgealbum zu „Amputechture“ von 2006. Doch Vorsicht: Vor allem die hohe Stimme von Cedric Bixler-Zavala ist äußerst gewöhnungsbedürftig, aber etwas anderes wurde innerhalb dieses Konzeptes nicht funktionieren. Gitarrist Omar Redriguez-Lopez schrammelt und soliert sich durch das komplette Gitarrenuniversum, und Bass und Drums kommen ebenso punktgenau rüber wie der Rest. Übrigens gibt sich auch John Frusciante von den RED HOT CHILI PEPPERS die Ehre.
Anspieltipps? Forget it. Entweder man hört das ganze Album, oder man lässt es bleiben. Wie gesagt: Geduld muss man schon ein wenig mitbringen, um diesen musikalischen Wahnsinn gut finden zu können. Anspruch auf allerhöchstem Niveau.

Ehrlich gesagt weiß ich immer noch nicht so recht, ob „The Bedlam In Goliath“ ein Album, auf das die Welt gewartet hat, nur eine durchschnittliche Veröffentlichung einer guten Band (oder umgekehrt) oder weiß der Teufel was ist. Fakt ist, dass „The Bedlam In Goliath“ trotz diffuser Story, Komplexität und völlig verrückter Einfälle eine Faszination verbreitet, auf Grund welcher man das Album wieder und wieder hören möchte. Das ist nicht immer einfach, aber immer, wenn einem das Gitarrengefiepe oder der instrumentale Overkill tierisch auf den Nerv gehen, muss man unbedingt wissen, wie’s weiter geht. Seltsame Sache, verschrobene Band, komisches Album. Aber irgendwie gut.