Ulysses - The Gift Of Tears

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Stil (Spielzeit): Prog (1:01:52)
Label/Vertrieb (VÖ): Symbiosss Music/Musea Records (03.03.09)
Bewertung: 6,5/10
Link: www.ulysses-online.nl
Die niederländische Prog-Rock Band ULYSSES veröffentlicht im zwölften Jahr der Bandgeschichte ihr zweites vollwertiges Studioalbum. Und seit dem ersten Album vor sechs Jahren hat sich einiges in der Band getan. Sänger und Bassist wurden ausgetauscht und die Band begann sich, inhaltlich mehr auf das wirkliche Leben und menschliche Schicksale zu konzentrieren.

Musikalisch bewegen sich die Niederländer zwischen Prog Metal der Marke DREAM THEATER oder älteren EVERLGREY und Bombast Metak à la SAVATAGE. Hin und wieder werden auch Hinweise auf klassischen Prog eingestreut, besonders die Syntheciser-Passagen erinnern an die frühen Prog-Helden.
Und technisch ist das ganze auch gut umgesetzt. ULYSSES beherrschen ihre Instrumente. Trotzdem klingen besonders die härteren Passagen alle sehr ähnlich. Komplexe Rhythmen ersetzen eben doch keine Klanggebäude, die den Hörer in Erstaunen versetzen und sich vor allem auch im Ohr festsetzen. Und so schaffen es ULYSSES nur selten, eigenständige Momente zuschaffen, an die man sich später noch erinnert.
Herzstück des Albums ist das dramatische „Anat", dass die Geschichte einer Familie erzählt, die ihr Kind verliert. Innerhalb von knapp 15 Minuten wird das Leben des kleinen Mädchens von Anfang bis zum Ende erzählt. Im Aufbau erinnert der Song mich stark an PINK FLOYS in der „The Wall" Phase und mit seinem Klimax bei etwa Minute Neun ist das Stück der absolute Höhepunkt des Albums.

ULYSSES haben mit „The Gift of Tears" ein solides Prog-Album aufgenommen, dass auch nach mehreren Hördurchgängen spannend bleibt. Andererseits ist der Widererkennungswert zu gering und der Spagat zwischen Komplexität und Eingängigkeit geling nur selten, so dass es einfach an einigen „Hits" fehlt, um aus dieser Scheibe ein großes Album zu machen. Trotzdem, der Grundstein ist gelegt und wenn sich ULYSSES entwickeln ist vielleicht schon das nächste Album der Durchbruch. Potenzial ist vorhanden.