Dark Age - s/t


Review

 

Ich bin ziemlich angetan davon, was sich momentan im deutschen Hartwurstbereich so tut. Mit der neuen Dark Age gibt es nun auch hochqualitative metallene Kost für den eher traditionell interessierten Hörer, dem melodischer Death Metal näher geht als beispielsweise Metalcore à la Heaven Shall Burn oder Doom-Metal im Sinne von Unbound. Seit 1995 spielen die Hamburger nun ihren so genannten „Dark Metal" - und auf dem selbstbetitelten vierten Album (Remedy Records) klingt das nahezu unglaublich mächtig.
Gesanglich gibt`s die volle Kelle, schnarrend-rauh bis glasklar - inklusive Unterstützung von Tiamats Johan Edlund -, und die Gitarren blasen moderne Riffs in nachbarschaftlicher Vertrautheit zu In Flames oder Soilwork aus den Boxen. Dazu legen sich atmosphärische Keyboardteppiche unter die Songs, die zumeist mit tollen Refrains und traditionellen Soli aufwarten. Die Stimmung ist düster, eben so, wie es sich für Dark Metal gehört. Wirklich erstaunlich, was aus den Hamburger Jungs geworden ist: Ein Act, der auch international absolut ernst zu nehmen ist. Die Qualität der Produktion steht den Songs in nichts nach, Sänger und Produzent Eike hat hier vortreffliche Arbeit geleistet. Die Ballade „My Own Darkness" hätte man sich vielleicht schenken können, denn hier wird dem Hörer nichts vorgesetzt, was es nicht schon inspirierter gibt; zumal ich den Gesang hier recht schwach finde. Ob die rockige Cover-Version von Ozzys „Suicide Solution" nötig war, ich weiß es nicht. Gelungen ist sie auf jeden Fall, wie auch das Album insgesamt. 
Dass Dark Age auf dem Weg nach oben sind, haben sie bereits mit ihrem Wacken-Auftritt 2003 gezeigt. Ich bin sicher, dass sie sich mit diesem Album eine weitere Fanschar sichern werden.