Device - Obstacles And Playgrounds

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Stil (Spielzeit): Posthardcore / Alternative (53:01)
Label/Vertrieb (VÖ): Dr. Music / Rough Trade / Lockjaw (20.06.08)
Bewertung: 8 / 10
Link: http://www.myspace.com/deviceuk
http://www.deviceuk.com/

Sehr schön, Posthardcore, der jegliche Klischees außen vor lässt. Zwar sind sie punktemäßig noch nicht in der Champions-League angekommen, trotzdem machen die vier Engländer ihre Sache ziemlich gut.

Gegründet 2005 in Milton Keynes, England spielt das Quartett ihren Posthardcore mit Einflüssen von überall her – nur nicht von der aktuellen Hardcoreszene. Die Stimme von Sänger und Gitarrist Joe ist hoch und klar, erinnert aber überhaupt nicht an Emo, sondern klingt einfach nur angenehm. Klar wird es den ein oder anderen geben, der sich ab und zu ein wenig mehr Druck hinter diesem Organ wünschen wird, aber angeschrieen wurden wir in den letzten Jahren doch oft genug von unseren CD-Playern. Ich für meinen teil, mag die Stimme jedenfalls sehr.

Die Musik zeigt Einflüsse von britischen Kollegen wie BIFFY CLYRO oder BLOC PARTY (weniger durch Tanzbarkeit aber teilweise durch Cleverness im Songwriting) und einigen Posthardcorebands wie FUGAZI oder AT THE DRIVE IN. Ab und zu schrebbeln sie aber auch instrumental und loopen ihre Riffs, wobei sie mich dann z.B. an die QUEENS OF THE STONEAGE erinnern. Ich habe auch schon leichte MUSE-Vergleiche gelesen, denen ich zum Teil sogar zustimmen kann. Zwar sind DEVICE nicht ganz so vertrackt, wie es einige der Vergleiche hier andeuten, trotzdem haben sie ein sehr intelligentes Songwriting (der erste Songs ist einfach mal richtig geil und hat meine Gehörgänge ewig lange nicht verlassen) und schlagen einige Haken und spielen viel mit der Dynamik und der Erwartungshaltung des Hörers.

Leider liegt hier auch ein kleines Manko bezüglich „Obstacles..“: die Songs sind meistens zu lange und pendeln fast alle zwischen fünf und sechs Minuten und der letzte geht sogar fast an die acht Minuten. Das ist an und für sich nicht schlimm, aber ich bin der Meinung, dass bei einer solchen Songlänge dann doch noch ein paar Extra-Ideen in den Songs drin sein sollten. OK, man kann die Songs durchaus so stehen lassen, wie sie sind, aber ich persönlich könnte beinahe aus jeden Stück ein paar Momente rauskürzen, die ein wenig wie leicht überflüssiger Ballast wirken. Ansonsten echt schönes Teil mit viel Dynamik und tollen Melodien. Wenn sie die Songs jetzt noch ein wenig kompakter gestallten und im Gesang ab und zu noch etwas mehr Feuer entfachen, wird die nächste Platte ganz großes Kino.