Iwrestledabearonce - Ruining it for everybody

IwrestledabearonceRuiningItForEverybody

Stil (Spielzeit):
Chaoscore / Metal (31:46)
Label/Vertrieb (VÖ): Century Media / EMI (22.07.11)
Bewertung: 8/ 10

Link: MySpace

IWRESTLEDABEARONCE scheinen erwachsen zu werden. Keine Sorge, ich meine damit nicht, dass ihr Zweitwerk hier auf einmal reiner Metalcore wäre und das pure Chaos wieder nach Hause geschickt wurde, aber sie setzen nicht mehr so auf witzige Ideen, so als würden sie versuchen möglichst viel HORSE THE BAND mit zu integrieren. Jetzt stehen sie dann doch eher Bands wie ROLO TOMASSI näher. Was für ein Brocken!

Die zweite große Änderung hat vor allem Sängerin Cameron durchgemacht: sie kann nicht nur bölken und kotzen – nein, sie kann jetzt anscheinend auch singen. Und in einigen Songs werden ihr auch große Arrangements mit sehr viel Cleangesang aufgedrückt, bei denen sie sich tapfer schlägt. Ok, textlich bzw. in den Songtiteln darf nach wie vor jede Menge Humor vorkommen. Aber anstatt eines Pferdegewiehers kommt jetzt zum Beispiel in „Karate Nipples" eine Portion Pop/Elektro vor. Das ist zwar nach wie vor verwirrend (mit Absicht) aber eben nicht ganz so mit der groben Keule und etwas eleganter gelöst.

Ansonsten darf der Hörer natürlich die gleiche Mischung aus Hardcore, Metal, Grind, Elektronic und Chaos erwarten wie auf „This is all happening". Wer allerdings ein kurze Aufmerksamkeitsspanne hat und klare Strukturen sucht, sollte hier das Weite suchen, da der Name Chaoscore der ganzen Geschichte kaum noch gerecht wird. Hier werden in einzelnen Songs mehr Stile und Riffs miteinander verbunden, als es so manche andere Band in ihrrem Lebenswerk schafft. Natürlich hat alles immer Groove und gerne Moshparts, allerdings ruhen sich die Herren und die Dame aus Los Angeles eben nicht darauf aus. Allerdings muss man den Krach an und für sich auch mögen, da diese Musik einen sonst ernsthaft anpissen kann – pures Chaos, das ziemlich aggressiv machen kann.

Auf ihrem zweiten Album gehen IWRESTLEDABEARONCE einen Schritt weiter als auf ihrem Debüt und zeigen sich gereift. Zwar haben sie noch genügend Flausen im Kopf, setzen diese aber erwachsener um und beweisen wieder mal, wie viele verdammte Noten man sich eigentlich merken kann (oder spielen die wohl nach Noten?). Verwirrung und Chaos auf höchstem Niveau!