Stormcrow - No Fear Of Tomorrow




Stil (Spielzeit): Melodic Metal (51:46)
Label/Vertrieb (VÖ): Edgerunner Music

Bewertung: [7/10]
Link: http://www.stormcrow.se
Ein bisschen ist es wie eine Reise in die gute alte Zeit, dieses Debüt von STORMCROW. Da schwappen Erinnerungen ans Tageslicht, aus Zeiten, da die metallische Gemeinde einem Herrn Kiske und dessen Kürbisköpfen HELLOWEEN zu Füßen lag ("Dr.X in Wonderland" hätte genau so auch auf einer der legendären "Keeper.."-Scheiben stehen können). Ein paar Takte später - meist, wenn die Jungs es etwas ruhiger angehen lassen - scheint dann plötzlich sogar ein klein wenig KINGDOM COME durch. Und irgendwie wundert man sich fast, dass die Schweden keine Finnen sind, denn auch eine gute Portion SONATA ARCTICA scheint in den Kessel, in dem dann das Gebräu namens "No Fear of Tomorrow" geköchelt wurde, hineingewandert zu sein. Und das ist durchaus als Kompliment für die Schweden zu verstehen.

Melodischen Heavy Metal haben sich die Jungs auf ihre Fahnen geschrieben. Und aus welchem Kochbuch sie ihr musikalisches Rezept auch hervorgeholt haben - das Ergebnis stimmt! Nach vier Jahren, drei Demos und der nahezu permanenten Suche nach einem geeigneten Bassisten bringen STORMCROW ein feines Scheibchen auf den Markt, das allen Freunden der gepflegten melodischen Griffbrettbearbeitung sicherlich mehr als nur ein gemächliches Nicken abtrotzen wird.

Der Großteil der Songs bewegt sich geschwindigkeitstechnisch im gehobenen Midtempo-Bereich, wo die Jungs wirklich gut aufgehoben sind. Und was noch viel wichtiger ist - die Songs rocken! "Million Miles", "Mary Grace", "Dr. X in Wonderland" und und und... alles erstklassige Ohrwürmer, die sich dir spätestens beim zweiten Mal hören in die Gehörgange fressen. Dazu gibts mit "Down to the River" noch eine erstklassige Ballade - was will man als Headbanger mehr?

Frontmann Anders erreicht (um beim Eingangs aufgebrachten Vergleich zu bleiben) zwar nicht die Höhen eines Herrn Kiske oder Sammet, aber sein Gesang passt hervorragend. Ganz davon abgesehen ist es durchaus angenehm, wenn man als Mann beim Zuhören mal keine Wahnvorstellungen von Kneifzangen bekommt. Insofern von mir schonmal ein dicker Pluspunkt - der Junge braucht sich wirklich nicht zu verstecken. Und auch der Rest der Band beherrscht ihre Instrumente.

Fazit: Ich prophezeie euch, diese Scheibe wird sich noch ein ganzes Weilchen in meiner Anlage tummeln und wer irgendwo in seinem CD-Regal eine HELLOWEEN oder EDGUY stehen hat, die nicht komplett eingestaubt ist, der sollte diesen Silberling hier auf jedem Fall eine Chance geben.

Leider kommt die Scheibe aufgrund einer Marketingentscheidung von Edgerunner vermutlich erst nächsten März auf den Markt. Zu wünschen wäre es den Jungs von STORMCROW, dass die Metal-Gemeinde bis dahin noch was vom Weihnachtsgeld übrig hat.