Crystallion - Hattin




Stil (Spielzeit): Power Metal (54:52)

Label/Vertrieb (VÖ): Dockyard1 / Soulfood Music (16.05.08)

Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.crystallion.net 
http://www.myspace.com/crystallionband

CRYSTALLION wurden im Jahre 2003 von Bassist Stefan Gimpel und Drummer Martin Herzinger in Oberbayern gegründet. Triebfeder war zu allererst, ihre musikalischen Vorlieben, die ganz grob eine Mischung aus HELLOWEEN, RHAPSODY und STRATOVARIUS darstellen, mit einem ihrer Lieblingsthemen, nämlich die Geschichten um den alten Templer Orden, zu verbinden. 

Im Line Up mit Florian Ramsauer (guitars), Thomas Stübler (vocals), Manuel Schallinger (keyboards) und Patrick Juhasz (guitars) ließ ihr erstes akustisches Longplayer-Lebenzeichen auch nicht lange auf sich warten. „A Dark Enchanted Crystal Night“ brachte dem Six-Pack aus Bayern nicht nur bei uns gute Bewertungen ein, sondern landete auch beim ROCK HARD mit 8/10 Punkten einen Volltreffer, womit die Messlatte von der Band selber für ihr zweites Werk ziemlich hoch angelegt wurde. 
Acht Songs haben es auf den aktuellen Silberling „Hattin“ geschafft, und auch diesmal dreht es sich bei dem Konzeptalbum um den alten Templer Orden. Genauer gesagt geht es um die Schlacht bei Hattin, einer Stadt in der Nähe des See Genezareth, bei der im Jahre 1148 die Kreuzfahrer von den Muslimen unter Saladin vernichtend geschlagen wurden. 

Für mich haben CRYSTALLION mit ihrem neuen Album wieder einige Stufen auf der Erfolgsleiter nach oben auf einmal genommen, obwohl der Vorgänger ja auch schon mächtig geknallt hat. 
Im Intro „The Ambush“ wird mit Bombast nicht gespart, und intelligenter Weise wird der Hörer hier per Erzähl-Stimme in das Thema eingeführt, bevor es dann mit „Wings Of Thunder“ direkt mal in bester Power Metal Tradition voll auf die Ohren gibt. Thomas Stüblers hohe aber trotzdem extrem durchschlagskräftige Stimme harmoniert perfekt mit den Melodielinien der beiden Gitarristen, was zeigt, dass die Band auch in Sachen Songwriting mächtig zugelegt haben, und sich immer besser aufeinander eingespielt haben. Bei „Vanishing Glory“ wechselt das Tempo immer mal wieder zwischen schnell und sau schnell, der Refrain ist ein Ohrwurm der allerfeinsten Art, und das Gitarrensolo lässt ebenfalls keine Wünsche offen. 
„Under Siege“ ist tempotechnisch für CRYSTALLION Verhältnisse eher langsam, entwickelt aber durch den stampfenden Rhythmus eine unglaubliche Dynamik und für mich eines der Highlights des Albums. Es folgt, rein thematisch gesehen, das Herzstück des Albums in drei Teilen, in dem es natürlich um die Schlacht bei Hattin selber geht. „The Battle“ ist in drei Abschnitte unterteilt, nämlich „Onward“, einem Doublebass Kracher womit man eine Schlacht nicht besser einleiten könnte, dem langsam und episch beginnenden „Higher Than The Sky“, das aber ebenfalls sehr schnell an Fahrt aufnimmt, wenn auch nicht ganz so wie bei „Onward“. Dafür legt die Band hier die Priorität ganz klar auf die Melodiebögen und den textlichen Inhalt. 
Das von Breaks durchzogene „Saracen Ascension“ macht den Abschluss dieser Battle Trilogie, und stellt logischerweise damit auch gleichzeitig das Ende der Schlacht dar, und ist für mich ein weiteres Highlight, und damit auch einen weiteren Anspieltipp des Albums. 

Das über elf Minuten lange, aber sehr kurzweilige „Preach With An Iron Tongue“ beschließt dieses absolut empfehlenswerte Album, und zeigt CRYSTALLION nochmals in Höchstform mit all ihren stilistischen Elementen, die sie zuvor in den Songs eingebracht haben. 
Tolle Riffs, geniale Melodien, perfekt gesetzte Breaks und einen megastarken Thomas Stübler am Mikro. 

Fazit: Mit „Hattin“ haben es CRYSTALLION erneut geschafft, ein abwechslungsreiches, starkes Power Metal Album einzuspielen, das sich schon erheblich von der großen Masse der Veröffentlichungen dieses Genre abhebt, und mit dem sie auch ihre eigene, erste starke Veröffentlichung „A Dark Enchanted Crystal Night“ locker toppen können. Respekt.