Clairvoyants - Word To The Wise



Stil (Spielzeit): Heavy/Melodic Metal (50:44)
Label/Vertrieb (VÖ): Valery Records/Point Music (12.01.09)
Bewertung: 6/10
Homepage: http://www.myspace.com/clairvoyants
Begonnen haben die CLAIRVOYANTS im Jahre 2001 als IRON MAIDEN-Coverband, damals wurde der Bandname auch noch in MAIDEN-Schriftart geschrieben und mit dem Artikel THE versehen. Mittlerweile haben sich die Italiener aber mehr (oder weniger) von ihrem Coverband-Status gelöst, das Cover geändert, auf den Artikel verzichtet und mit „Word To The Wise" ihr Debüt mit eigenen Songs abgeliefert - zumindest fast, denn mit „Hallowed Be Thy Name" gibt es dann doch noch einen Verweis auf den Haupteinfluss der Band.

Obwohl sich die CLAIRVOYANTS also bemühen, mit ihrer Vergangenheit abzuschließen bzw. einen Neuanfang mit eigenen Songs zu gestalten, schimmern IRON MAIDEN oft im Sound der Italiener durch. CLAIRVOYANTS spielen melodischen Heavy Metal, der sich tendenziell gut anhört, es aber streckenweise auch an Spannung vermissen lässt. Einer der Höhepunkte ist der schnelle und sehr eingängige Opener „Journey Through The Stars", etwas härter wird es bei „The Lone". Generell pendelt man gut zwischen schnellen und etwas langsameren Nummern. Die Instrumentalmannschaft, bestehend aus Drummer, Bassist und zwei Gitarristen, macht ihre Arbeit sehr ordentlich und fehlerfrei, und Sänger Gab Bernasconi besitzt eine angenehme Stimme und überzeugt ebenfalls. Die MAIDEN-Einflüsse sind jedoch besonders bei bestimmten Songstrukturen und dem dominanten Bass auszumachen, und das macht leider nicht den besten Eindruck. Da hilft es auch nicht mehr viel, wenn mit Oliver Palotai (KAMELOT) und Andre Matos (ex-ANGRA) zwei namhafte Gastsänger mit an Bord sind. Letzterer hat übrigens nicht an einer der Eigenkompositionen, sondern ausgerechnet „Hallowed Be Thy Name" mitgearbeitet...

Man verstehe mich nicht falsch, die CLAIRVOYANTS sind nicht schlecht, auch nicht nur durchschnittlich, sondern gut und stellenweise richtig gut. Aber „Word To The Wise" bietet zu wenig eigenständiges und zwingendes Material, um neben anderen Größen bestehen zu können. Für ein Debütalbum und unter Berücksichtigung der Vergangenheit zieht sich das Quartett aber doch so achtbar aus der Affäre, dass man den Italienern gerne auch mehr als nur ein Ohr leihen darf.