Reaper - Gardens Of Seth



Stil (Spielzeit): Heavy/Power Metal (44:43)
Label/Vertrieb (VÖ): STF Records (07.11.09)
Bewertung: 7/10

Link: http://www.reaper.de
http://www.myspace.com/fairiesreturn
Obwohl ich traditionellen Metal sehr gerne mag, sind REAPER bisher an mir vorbei gegangen. Dabei gibt es die deutsche Band schon seit 1984. Inklusive des neuen Albums "Gardens Of Seth" hat die Combo bisher sechs Veröffentlichungen vorzuweisen – drei Alben und drei EPs. Mitglieder sind Daniel Zimmermann (Vocals, Gitarre), Matthias Kraft (Bass), Jan Breede (Drums) und Thomas Buchen (Gitarre).

Der Beipackzettel verspricht "bärenstarken Metal", der an ICED EARTH, GRAVE DIGGER, BLACK SABBATH und CANDLEMASS angelehnt ist. Letzteren Verweis kann man getrost vergessen, wenn man aber noch eine Prise alte RUNNING WILD dazu nimmt, kann man die Vergleiche durchaus bestätigen. Dass REAPER stellenweise ihren Todesgräber-Kollegen aus Deutschland ähneln, liegt wohl hautsächlich an der Stimme Zimmermanns, die einen Vergleich mit Boltendahl-Vocals nicht scheuen muss – eher im Gegenteil. Der Sänger klingt angenehm rau und kräftig, der Gesang passt hundertprozentig zu dem traditionellen, schnörkellosen Metal des Quartetts.
Den Einstieg in das Album findet der Hörer mit dem netten, kurzen Instrumental "Into The Gardens Of Seth", bevor REAPER mit "The Age Of Hunger" und "Ten Thousand Nightmares" voll durchstarten. Ich bin beileibe kein Feind von hohen Vocals und an Kitsch kratzenden Melodien anderer Power Metal-Kapellen, aber es macht einfach Spaß, mal wieder die etwas härtere Gangart zu hören. REAPER orientieren sich dabei unüberhörbar am ICED EARTH-Sound zu Anfang und Mitte der Neunziger, lassen die Ähnlichkeiten aber nie zu offensichtlich werden. Das blöd betitelte "Super Mystique" beginnt mit einer orientalisch klingenden Passage und wird dann zu einem richtigen Kracher, auch "Dark Beyond Black" kann überzeugen. Überhaupt wissen REAPER, wie sie Härte, Tempowechsel und Melodien miteinander kombinieren, klingen aber auch nicht immer leicht zugänglich, wie die zweite Hälfte des Albums offenbart. Immerhin kann der Rausschmeißer "Light Of Anger" am Ende noch mal überzeugen, und auch die Goethe-Vertonung "Der Erlkönig" ist ziemlich gut gelungen.

Die Produktion ist stimmig und bodenständig, ohne übertriebene Effekte, aber lebendig. Auch, wenn die ganz großen Melodien fehlen und ich mir mehr Knallerrefrains gewünscht hätte, ist REAPER mit "Gardens Of Seth" ein überzeugendes, traditionelles Metalalbum gelungen. Wer sich bisher also noch nicht mit der Band beschäftigt hat und nach gutem Metal aus deutschen Landen sucht, sollte schleunigst nach der sechsten Veröffentlichung der Combo Ausschau halten.