Emil Bulls - The Black Path


Stil (Spielzeit): Crossover / Modern Metal (66:08)
Label/Vertrieb (VÖ): Drakkar/Sony BMG (04.04.08)
Bewertung: 8/10
Link: http://www.emilbulls.de

Anfang der 2000er erlebte der Nu Metal (was für eine unpassende Bezeichnung…) gerade seinen Hype, als auch in Deutschland eine Band auf den Plan trat, die mit den Singles „Smells Like Rock N’ Roll“ und „Leaving You With This“ und einem frischen Crossover-Sound für Aufsehen sorgte. Leider habe ich die EMIL BULLS nach ihrem Major-Debüt aus den Augen verloren, jetzt trudelt das mittlerweile fünfte Album („Monogamy“ und „Angel Delivery Service“ überschneiden sich ja größtenteils) Studioalbum ein.

Zumindest im Vergleich zu „Angel Delivery Service“ merkt man schnell, dass sich einiges bei der Band getan hat. Zu dem Crossover-Sound gesellt sich nun auch eine Metalcore-Schlagseite sowie eine Portion Düsternis, und Sänger Christoph von Freydorf hat beim Gesang einen großen Schritt nach vorne gemacht. Der Beginn mit dem heftigen „To End All Wars“, der ersten Single „The Most Evil Spell On You“ (mit typischem Breitwand-Chorus) und dem leicht melancholischen „All In Tune With The Universe“ (das dezent an die großartigen, leider schon längst verblichenen FARMER BOYS erinnert) ist hundertprozentig geglückt. Die Gitarren braten, das Rhythmusgerüst steht bombenfest, und von Freydorf singt/brüllt sich die Seele aus dem Leib. „The Black Path“ bietet wenig Verschnaufpausen, denn mit „Pledge Allegiance To The Damned (The Unseen One)“ (mit kleinen MUSE-Anleihen) oder “Pure Anger (The Hex)” wird weiter wild drauf los gespielt. Nur ab und zu gibt es ruhigere, gemäßigtere Stellen wie in „Close To The Wind“ oder im das Album abschließende „Glad To Be With You Again“.
Leider lässt „The Black Path“ in der zweiten Hälfte ein wenig nach, Songs mit Hitpotenzial werden eher rar, und beim Mix hätten die Gitarren noch einen Tick lauter aufgedreht werden können (die Produktion kommt leider nicht an den dichten „Angel Delivery Service“-Sound heran). Das schmälert den sehr positiven Gesamteindruck des Albums aber nur wenig.

Die EMIL BULLS sind definitiv erwachsen geworden, das zeigen sie auf „The Black Path“ sehr deutlich. Die härtere Ausrichtung tut der Band gut, obwohl sie dadurch im Verlauf des Albums ein paar Ohrwurm-Melodien vermissen lässt. Doch auch so ist „The Black Path“ ein sehr stimmiges Album geworden, das Fans auf jeden Fall zufrieden stellen sollte.