Krokus - Hellraiser




Stil (Spielzeit): Hard Rock (55:53)

Label/Vertrieb (VÖ): AFM Records / Soulfood (15.09.2006)

Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.krokusonline.com

Wir schreiben das Jahr 1974: 
In einem kleinen Städtchen mit dem Namen Solothurn, mitten in der Schweiz,  machen sich fünf junge Eidgenossen auf den Weg, um die Alpenrepublik mit harter Rockmusik zu erobern. Harte Rockmusik, und noch dazu aus der Schweiz, hatte allerdings nicht nur in ihrer Heimat zu diesem Zeitpunkt allerhöchstens einen Exotenbonus. 
Doch unsere "Exoten" steckten den Kopf nicht in den Sand, sondern beschlossen kurzerhand, an der Costa Brava in Spanien in jedem Club mit Steckdose, ihre geliebte Musik an den Mann zu bringen. Und sie rockten sich förmlich den Arsch ab, um mit diesen gesammelten Erfahrungen nach ihrer Rückkehr ins Toblerone-Land, direkt ihr Debüt „Painkiller“ einzuzimmern. 

Viele Jahre später, 32 um genau zu sein, nach etlichen Hochs und Tiefs, nach noch mehr Besetzungswechseln, ist die Einstellung und Liebe zur Musik immer noch die Selbe. Der Unterschied zu damals besteht nur darin, dass man die unzähligen Konzerte, die sie in all den Jahren gespielt haben, einfach heraushört, denn KROKUS klingen 2006 reifer als jemals zuvor. 
Sänger Marc Storace singt sich spielerisch durch die 14 Tracks von „Hellraiser“. Er gehört mit Sicherheit zu den Sängern mit dem höchsten Wiedererkennungswert, und gibt mit seiner „bluesigen“, aber trotzdem harten Stimme den Songs das, was man ganz klar KROKUS nennen muss. 
Neben Marc Storace setzen Mandy Meier und Dominique Favez an den Gitarren, Tony Castell am Bass und Stefan Schwarzmann an den Drums weiter Ausrufezeichen in Sachen Qualität.

„Hellraiser“ ist im Ganzen gesehen ein wirklich amtliches Stück Hard Rock, mit richtig geilen Ohrwürmern, wie zum Beispiel „Fight On“, dass schön blues-angehauchte „Hangman“, oder der Titeltrack „Hellraiser“ der einfach grooved wie verrückt, und sehr, sehr nach AC/DC klingt. Aber was kann Marc Storace dafür, das er ein wenig nach Bon Scott klingt?
 „So Long“ ist eine sehr schöne Halbballade, die natürlich nicht fehlen darf. „Spirit Of The Night“ ist mit Sicherheit einer der schnellsten Songs, der jemals unter dem Namen KROKUS das Licht der Welt erblickte. Es ist also für jeden etwas dabei, und so kann man „Hellraiser“ ohne Abstriche als sehr abwechselungsreich bezeichnen. Ein weiterer Pluspunkt für dieses wirklich gelungene Album. 
Bemerkenswert ist der frische Sound der Band, der man kaum anhört, wieviele Jahre sie schon im Business herumturnen.

Produziert wurde dieses Sahneteilchen von Dennis Ward (was produziert der Mann im Moment eigentlich nicht?), der dem Album einen sehr ausgewogenen, frischen und rockenden Sound verpasst, bei dem sich alles so anhört, wie es sich anhören sollte. 
Meine Faves nach ein paar Durchläufen sind der ideale Partysong „No Risk No Gain“, das wummernde „Turnin’ Inside Out“ und der Titeltrack „Hellraiser“. 

Fazit: KROKUS vom Feinsten. Hier paart sich jugendlicher Enthusiasmus mit jahrelanger Erfahrung und Reife. Hard Rock, wie er klingen sollte. Alle Daumen nach oben!